Diensatag 08.11.2005 14.00 Uhr

Mit Freundlicher Genehmigung von Herrn Rechtsanwalt R. Fuellmich

"Soziale Verantwortung“

Einer unserer Mandanten sandte uns diese (wahre) Geschichte zu. Sie betrifft zwar keine Bank, spiegelt aber dennoch durchaus zutreffend auch deren (aber leider nicht nur deren) Verhalten wider. Lustig ist sie nur auf den ersten Blick.

"Alles Mueller, oder was?

Eine schoene Geschichte ueber Herrn Alois Mueller
Das hier, das ist der Herr Mueller.
Der Herr Mueller kommt aus Aretsried, das liegt in Bayern, also ganz im Sueden.
Der Herr Mueller ist ein Unternehmer und das, was in den Fabriken von Herrn Mueller hergestellt wird, habt ihr sicher alle schon mal gesehen, wenn ihr im Supermarkt wart. Der Herr Mueller stellt naemlich lauter Sachen her, die aus Milch gemacht werden. Naja, eigentlich stellen die Kuehe die Milch her, aber der Herr Mueller verpackt sie schoen und sorgt dafuer, dass sie in den Supermarkt kommen, wo ihr sie dann kaufen koennt. Die Sachen, die der Herr Mueller herstellt sind so gut, dass sogar der Herr Bohlen dafuer Werbung gemacht hat.
Weil der Herr Mueller ein Unternehmer ist, hat er sich gedacht, er unternimmt mal was und baut eine neue Fabrik. Und zwar baut er sie in Sachsen, das ist ganz im Osten.

Eigentlich braucht niemand eine neue Milchfabrik, weil es schon viel zu viele davon gibt, und diese viel zu viele Milchprodukte produzieren, aber der Herr Mueller hat sie trotzdem gebaut.

Und weil die Leute in Sachsen ganz arm sind und keine Arbeitsplaetze haben, unterstuetzt der Staat den Bau neuer Fabriken mit Geld. Arbeitsplaetze hat man naemlich im Gegensatz zu Milchprodukten nie genug. Also hat der Herr Mueller einen Antrag ausgefuellt, ihn zur Post gebracht und abgeschickt.

Ein paar Tage spaeter haben ihm dann das Land Sachsen und die Herren von der Europaeischen Union in Bruessel einen Scheck ueber 70 Millionen Euro geschickt. 70 Millionen, das ist eine Zahl mit sieben Nullen, also ganz viel Geld. Viel mehr, als in euer Sparschwein passt. Der Herr Mueller hat also seine neue Fabrik gebaut und 158 Leute eingestellt. Hurra, Herr Mueller. Nachdem die neue Fabrik von Herrn Mueller nun ganz viele Milchprodukte hergestellt hat, hat er gemerkt, dass er sie gar nicht verkaufen kann, denn es gibt ja viel zu viele Fabriken und Milchprodukte.

Naja, eigentlich hat er das schon vorher gewusst, auch die Herren vom Land Sachsen und der Europaeischen Union haben das gewusst, es ist naemlich kein Geheimnis. Das Geld haben sie ihm trotzdem gegeben.

Ist ja nicht ihr Geld, sondern eures. Klingt komisch, ist aber so. Also was hat er gemacht, der Herr Mueller? In Niedersachsen, das ist ziemlich weit im Norden, hat der Herr Mueller auch eine Fabrik. Die steht da schon seit 85 Jahren und irgendwann hatte der Herr Mueller sie gekauft. Weil er jetzt die schoene neue Fabrik in Sachsen hatte, hat der Herr Mueller die alte Fabrik in Niedersachsen nicht mehr gebraucht, er hat sie geschlossen und 175 Menschen haben ihre Arbeit verloren.

Wenn ihr in der Schule gut aufgepasst habt, dann habt ihr sicher schon gemerkt, dass der Herr Mueller 17 Arbeitsplaetze weniger geschaffen habt, als er abgebaut hat. Dafuer hat er 70 Millionen Euro bekommen.

Wenn ihr jetzt die 70 Millionen durch 17 teilt, dafuer koennt ihr ruhig einen Taschenrechner nehmen, dann wisst ihr, dass der Herr Mueller fuer jeden vernichteten Arbeitsplatz ueber 4 Millionen Euro bekommen hat.

Da lacht er, der Herr Mueller. Natuerlich nur, wenn niemand hinsieht. Ansonsten guckt er ganz traurig und erzaehlt jedem, wie schlecht es ihm geht. Aber der Herr Mueller sitzt nicht nur rum, sondern er sorgt auch dafuer, dass es ihm besser geht. Er ist naemlich sparsam, der Herr Mueller. Sicher kennt ihr die Becher, in denen frueher die Milch von Herrn Mueller verkauft wurden. Die schmeckt gut und es passten 500 ml rein, das ist ein halber Liter. Seit einiger Zeit verkauft der Herr Mueller seine Milch aber in lustigen Flaschen, nicht mehr in Bechern. Die sind praktisch, weil man sie wieder verschliessen kann und sehen huebsch aus. Allerdings sind nur noch 400 ml drin, sie kosten aber dasselbe. Da spart er was, der Herr Mueller. Und sparen ist eine Tugend, das wissen wir alle. Wenn ihr jetzt fragt, warum solche ekelhaften Schmarotzer wie der Herr Mueller nicht einfach an den naechsten Baum gehaengt werden, dann muss ich euch sagen, dass man so etwas einfach nicht tut.

Wenn ihr aber das naechste mal im Supermarkt seid, dann lasst doch einfach die Sachen vom Herrn Mueller im Regal stehen und kauft die Sachen, die daneben stehen. Die schmecken genauso gut, sind meistens billiger und werden vielleicht von einem Unternehmer hergestellt, fuer den der Begriff "soziale Verantwortung" noch eine Bedeutung hat.“

Mit freundlichen Gruessen

Reiner Fuellmich


Diensatag 05.10.2005 21.30 Uhr

1 Euro- Job, eine hervorragende Idee!

Was hatte man ihm nicht alles versprochen, dem so genannten Langzeit- Arbeitslosen.

Gerd Schröder im Brustton der Überzeugung, ich werde es schaffen die Arbeitslosenzahl unter 3,5 Millionen zu bringen, an diesem Versprechen könnt ihr mich messen. So, oder ähnlich klang es 1998 aus dem Mund des Bundeskanzlers.

Ja, ja, hätte ich damals meine Zunge zwischen die Zähne gelegt und kräftig darauf gebissen, hätte ich mir eine Menge Ärger erspart, so musste ich eine Agenda 2010 auflegen.

Ich hatte ja vor einer solchen Aussage erst eine Anfrage gestartet, Mund an Gehirn, kann ich eine solche Aussage zu diesem Zeitpunkt schon machen,liegen Dir dazu schon alle Tatsachen vor?

Verflixt, Gehirn, warum reagierst Du so langsam, jetzt haben die Worte schon meine Stimmbänder verlassen und ich kann sie nicht mehr zurückholen.

Sehr fatal wenn das jetzt nicht klappen sollte, aber auf der anderen Seite konnte man sich bisher immer darauf verlassen, dass das Volk wusste, die Politiker sagen sowieso nie die Wahrheit.

Demnach befinden wir beide uns in bester Gesellschaft, darum verzeihe ich Dir Deine Lahmheit heute noch mal. Aber in Zukunft muss das etwas schneller gehen, ich schaffe einfach keine Äh Pausen, wie Edmund, der kann sich erst mal dahinter verstecken bis ihm was Passendes einfällt.

Aber da gab es doch neulich eine gute Idee, wenn wir endlich einmal Hartz am Schopf packen und Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe zusammen legen, nennen wir es der Einfachheit halber Hartz IV, er hatte ja schon 3 gute Ideen.

Die Leute lechzen ja geradezu nach Arbeit, aber sie darf einfach nicht zu teuer werden.

Wir haben doch einen großen Bedarf an billigen Jobs, bei nur noch 9 Monaten Dienst in der Bundeswehr, gibt es nicht mehr so viele Wehrdienstverweigerer, die wir an die sozialen Dienste vermitteln können oder bei unseren Gartenbauämtern ... HMM ... PSST ... zum Glück habe ich im Moment ein kleines Kommunikationsproblem mit der oberen Etage, falls Sie es verwerten wollen, betrachten sie es als kleine Insider Information aus unbekannter Quelle.

Dort herrscht durch unsere supergute Einsparpolitik ebenfalls Personalmangel.

Bei dem geringen Einkommen werden doch alle sofort zugreifen, wenn wir Arbeit anbieten und ein Euro pro Stunde ist bei einer Arbeitszeit von 60 Stunden pro Woche immerhin ein schönes Stück Geld.

Aber da eile ich der Zukunft schon wieder voraus, eine solche Arbeitszeit kann ich bei den Gewerkschaften nicht durchboxen, wie gesagt, dass geht wahrscheinlich erst in ferner Zukunft, wenn sie nur noch ein paar hundert Mitglieder haben.

Seien wir doch mal ehrlich, die Arbeiter sind doch reif zum Melken, in der Vergangenheit saßen die Gewerkschaften immer am längeren Hebel, jetzt grassiert eine neue Welle, ähnlich der Grippe Welle, nämlich die „Vor Angst und Unsicherheit gib nichts aus Welle" durchs Land.

Hoffentlich schaffen es Banken, Einzelhandel und Konsumgüterhersteller in einer konzertierten Aktion endlich mal den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen, damit die Binnenkonjunktur endlich mal anläuft und wieder Steuern ins Säckel fließen.

Tja, als Mund hat man es schwer, wenn man sich noch nicht einmal mehr auf das Gehirn verlassen kann, es sollte mich ja eigentlich steuern, aber ich bin eben wie Schumi, einfach zu schnell, zum Glück braucht es mich ja dringend und kann mich deshalb nicht einfach abschalten.

Aber ich schweife ja schon wieder ab, wo war ich denn gleich, ach ja 1 Euro.

Ja, also wir könnten die sozialen Dienste ebenso die öffentlichen und wenn keiner so genau hinsieht, auch manche Firmen damit versorgen.

Dabei gibt es aber wieder ein Problem für diese 1 Euro Jobs werden dann keine anderen Leute eingestellt, die Sozialabgaben leisten. Auf der anderen Seite drücken wir dadurch die Lohnnebenkosten und schönen die Arbeitslosen Statistik, denn die 1 Euro Jobber werden ziemlich schnell vermittelt und erscheinen ebenso schnell in der Statistik.

Schöne Sache so eine Statistik. Da Statistikwerte Durchschnittswerte sind kann man vielen ein X für ein U vormachen. Beispiel jemand verdient 1.000.000,-- der nächste 100.000,-- und der dritte 1,-- Euro So verdient jeder, statistisch gesehen, 366.667 Euro.

Feine Sache so eine Statistik, kann man doch sagen, da jeder so und soviel Einkommen hat, geht es doch jedem gut, was jammert ihr eigentlich alle und mäkelt an unserem System herum, Ihr seht doch, alles ist Friede, Freude, Eierkuchen. Also Gehirn, merke das schon mal für die nächste Wahlkampfrede vor.

Eigentlich ist es als Mund nicht meine Aufgabe über solche Dinge zu sinnieren, aber was macht man nicht alles um das arme Gehirn zu entlasten.

Ich fühle mich eben am wohlsten wenn ich im betriebswarmen Zustand bin, wie eine Formel I Kiste, und darum muss ich immer wieder Leistung bringen, dass Gehirn ist mit seinen vielen Steuerbefehlen einfach zu abgelenkt, manchmal auch zu überlastet und kann deshalb nicht immer auf meine superschnellen Bedürfnisse eingehen.

Aber ich schweife schon wieder ab, also weiter.

Sollten dann, was eigentlich zu erwarten ist, volle Arbeitsplätze verloren gehen, dauert es durch Abfindung Urlaub evtl. Arbeitsgerichtsprozesse eine gewisse Zeit bis diese in der Statistik auftauchen, während die 1 Euros sofort in der Statistik auftauchen.

Das ist doch ein wahrer Geniestreich, jedenfalls kurzfristig, später haben wir dann genügend Zeit um einen strategischen Rückzug anzutreten, bei meiner Überredungskunst werde ich das Gehirn schon überzeugen, damit wir wieder gut dastehen.

Ja, ja, ich bin doch der grööößte ohne mich läuft gar nichts!


Beitrag von W. K.

Diensatag 04.10.2005 19.00 Uhr

Abgeordnete

Abgeordnete sind ganz besondere Menschen, das denken sie doch sicher auch.

Diese armen, armen Leute werden einfach zu Unrecht immer verkannt, beschimpft und kritisiert, trotzdem sie tagein und tagaus im Stress sind. Sie sind doch immer für uns - das Volk - da.

Ach - und glauben sie den Unsinn nicht, dass Anfragen und Briefe von uns, den Normalbürgern, nicht oder nur sehr selten von ihnen beantwortet werden. Das ist wirklich blanker Unsinn. So etwas wird nur von denjenigen verbreitet, die neidisch sind, weil sie nicht soviel Post bekommen und daher in der Beliebtheitsskala „unter ferner liefen“ zu finden sind.

Diese armen, armen Menschen arbeiten wirklich hart um uns zufrieden zu stellen.

Da ist doch tatsächlich manchmal mehr als der halbe Bundestag leer, weil die Stressgeplagten von Nebenjob zu Nebenjob mit ihrem Fahrdienst hasten müssen.

Und oh Graus, was ist das, da schlafen ja tatsächlich welche, fürchterlich, die Armen können einem wirklich leid tun, vor lauter Arbeit finden sie nachts keinen Schlaf. Sie müssen ihn einfach am Tag nachholen, das kann doch jeder verstehen, oder?

Es ist ja auch wirklich schwer, wann soll man denn eigentlich das Geld von den vielen Nebenjobs zählen? Das geht eben nur nachts, beeilen muss man sich auch, denn - der Morgen naht schon bald.

Dann kommt noch hinzu, dass man dem Volk schon wieder eine Menge Arbeit abnehmen muss, warum hat man sich auch dazu überreden lassen? Über die europäische Verfassung im Bundestag muß man, ohne einen blassen Schimmer zu haben, entscheiden, eine Volksabstimmung wäre doch einfacher und stressfreier gewesen. Außerdem hätte dann jeder gewusst worum es geht, man hatte nun wirklich keine Zeit gehabt auch nur einen Blick in das wirklich umfangreiche Werk zu werfen.

Andererseits, bei dem Volumen muss ja eigentlich alles in Ordnung sein, da kann man sich doch auf die Regierung verlassen, oder? Wo käme man denn hin, wenn sie nicht wüsste was die da in Brüssel mit ihrer Beteiligung ausgearbeitet hätten.

Aber trotzdem, dass Volk hätte einem ja auch mal ein bischen Arbeit abnehmen können, ist denn das zuviel verlangt? Es verlässt sich ja immer mehr auf uns und bei dem Arbeitspensum das wir abzuleisten haben, verlangt es auch noch hundertprozentig einwandfreie gesetzgeberische Arbeit von uns. - Nein, nein, dass ist wirklich nicht zu schaffen.

Wie bitte, einige Nebenjobs aufgeben, um dafür mehr Zeit zu haben? Aber ich bitte sie, bei dem lausigen Gehalt und der schlechten Rentenversorgung sind wir einfach gezwungen 70 % unserer Arbeit mit Nebenjobs zu vertrödeln. Das Volk ist doch selbst daran schuld, wir können zwar unsere Diäten selbst bestimmen, aber wie das Wort „Diäten“ schon sagt, müssen wir uns daran halten und können uns nicht leistungsgerecht bezahlen.

Außerdem schwebt das Damoklesschwert, der Offenlegung der Einkünfte über uns. Das müssen wir schon darum verhindern, weil die Öffentlichkeit dann erfährt wie wenig wir eigentlich verdienen. Bei der jetzigen Haushaltslage müssten wir dann noch mehr Nebenjobs annehmen, das bedeutet ja Stress und Geld zählen ohne Ende. Aber der Tag hat nun mal nur 24 Stunden, dass ist einfach zuviel.

Natürlich gäbe es die Möglichkeit ein Gesetz einzubringen das eine Stunde nur 55 Minuten hat, dann hätten wir 2 Stunden mehr zur Verfügung

Warum eigentlich, hat das noch keiner vorgeschlagen???


Beitrag von W. K.

Mittwoch 21.09.2005 12.45 Uhr

Elefanten trompeten

Gerd schielt zu Angie ringt sich ein abgeschlafftes, süffisantes aber müdes Lächeln ab und sagt: „wir als stärkste Fraktion haben den Auftrag zur Regierungsbildung, (denkt, habe ich sie mal wieder alle über den Leisten gezogen, ich bin doooch der grööößte) aber natürlich nur mit mir als Kanzler, dass war ja der Zweck der ganzen Übung“.

Angie, leicht blinzelnd, die Mundwinkel verkniffen nach unten gezogen und schmalen Lippen, sagt: „die CDU und mein spezieller Freund Stoiber, sprich CSU (denkt, dem habe ich den ganzen Schlamassel zu verdanken mit seinem Geschwafel über die Ossis, so was bringt auch nur ein Wessi fertig) wir vertreten die stärkste Fraktion und daher dulde ich keinen anderen, äh, ich meine natürlich Kanzler, neben mir“. Wir haben es schließlich geschafft das Rot Grün abgewählt wurde (denkt, welchen Trick kann ich nur anwenden um Joschka an den Verhandlungstisch zu bringen. Ich weiß ja wie sehr er den Ministerposten vermissen wird, womit kann ich ihn nur locken).

Joschka, über allem stehend, zieht seine Stirn hoch, sogleich legt sich sein Gesicht in Falten und seine Augen werden schmal (denkt, wie kriege ich nur meine Aktivisten dazu, mit der CDU zu liebäugeln, ich bin schließlich der beliebteste Außenminister seit langer Zeit und möchte es verdammt noch mal bleiben) sagt dann endlich: „wir gehen in die Opposition!“

Guido strahlend lächelnd, sagt: „ wir stehen für eine Ampel nicht zur Verfügung, denn wir wollen einen echten Politikwechsel“. (denkt, verdammt noch mal, man kann auch den Demoskopen nicht mehr trauen sonst hätte ich mir doch ein kleines Hintertürchen offen gelassen. Nur so vertrete ich die Spaßpartei.) (Hier nochmal übersetzt da das gelb schwer zu lesen ist: verdammt noch mal, man kann auch den Demoskopen nicht mehr trauen sonst hätte ich mir doch ein kleines Hintertürchen offen gelassen. Nur so vertrete ich die Spaßpartei)

Oskar, seinen Triumph kaum verbergend, (denkt, nun habe ich es doch endlich geschafft meinen Stachel ins rotgrüne Fleisch zu stecken, ein alter Sozi wie ich, kann immer noch mitmischen, wer ist schon Schröder) sagt: „wir werden in den nächsten Tagen und Wochen sehen wie dieses Theater weitergeht“. .(denkt weiter, wie gut das ich in der Lage war alles zu versprechen, wusste ich doch ich brauche nichts zu halten, da ja alle volltönend mit uns nichts zu tun haben wollten und doch, vielleicht kommt irgendwann die Chance die Linkspartei in den roten Heimathafen zu steuern, dann muss ich allerdings vorsichtiger sein mit meinen Versprechungen. An uns kommt nun keiner mehr vorbei.)

Gregor, ein bischen überrascht ob des Zuwachses an Prozenten, sagt: (denkt, verteufelt guter Schachzug Oskar mit ins Boot zu nehmen, unser Zweckbündnis scheint sich zu lohnen!) „die Wählerinnen und Wähler haben entschieden, wir werden in die Opposition gehen“!

Edmund, wie immer sehr korrekt gekleidet, arrogant wie es seine Art ist, denn seine Ansichten sind der Weisheit letzter Schluss, sagt: (denkt, jetzt muss ich doch in Bayern bleiben, Joschkas oder Wolfgangs Job hätte mir doch gefallen können, obwohl Joschkas Job mir besser gefallen würde, zu dumm das die Angie den Professor ins Team geholt hat, der ist an dem Dilemma schuld) äh wir stehen äh fest zu unserer Schwesterpartei und äh Angela Merkel muss äh Bundeskanzlerin werden.

Beitrag von W. K.

Montag 19.09.2005 18.00 Uhr

Vor Gericht

Oh … mir fällt da eine Begebenheit ein, die tatsächlich so ähnlich vor einem Landgericht und dem BGH stattgefunden hatte. Man schrieb das Jahr anno 1999 und 2001. Ehrfürchtig und mit gebührendem Respekt betraten wir den „heiligen“ Gerichtssaal. Diesen Heiligenschein verlor er aber sehr bald. Denn etliche Geschädigte, die eine Immobilie für die Altersvorsorge (in Wahrheit Altersarmut) gekauft hatten, waren neugierig, wie eine solche Verhandlung abläuft. War es doch eine der ersten Verhandlungen, wo eine Mithilfe des Betruges der Banken an den (mittelalterlichen?) Pranger gestellt werden sollte. Aber sie kamen sich bald so vor, als würden sie einem Narrenspiel beiwohnen.

Nachdem die Besucher eine Weile gewartet hatten waren die Richter so gnädig zu erscheinen. Wenn es nicht so ernst gewesen wäre, könnte man den Ablauf der Verhandlung ein Possenspiel nennen. Das Theater begann.

Die Richter ließen den Anwalt keinen einzigen Satz aussprechen, kam er dann doch einmal zu Wort, unterbrach ihn sogleich einer der Richter, um ihn aus dem Konzept zu bringen. Die Zuhörer, die gebannt und voller Ehrfurcht auf das Gericht achteten, merkten schnell, dass die Sache nicht mit dem nötigen Ernst und Respekt vor den Geschädigten verhandelt wurde, wo doch eigentlich die Gerechtigkeit zuhause sein sollte. Es wurde gelogen das sich dir Balken bogen. Unter anderem fiel der Satz von Mister Schönling - so wurde einer der Richter genannt - “ Sie wollen mir doch nicht weis machen, wie man eine Wohnung kauft. Ich habe gerade eine solche Wohnung gekauft.” (die Betonung lag auf „gerade eben“, wir haben nie erfahren was später daraus wurde) Dabei warf er siegesbewusst den rechten Arm in die Höhe. Das Theaterstück war perfekt. Das ganze Possenspiel dauerte zwanzig Minuten.

Ein weiteres Theaterstück konnten die “Zuschauer” beim BGH in Karlsruhe vor dem XI Senat erleben. Man darf sich ruhig fragen ob ein solches Verhalten vor Gerichten Gang und Gäbe ist. Der “Theatersaal“ füllte sich, dass Possenspiel begann. Oh, was ist das, zuwenig Sitzgelegenheiten? Eilig wurden diese herangekarrt. Trotzdem mussten einige “Zuschauer” die billigen Stehplätze in Anspruch nehmen. Die Türen wurden fest verschlossen. Auf den Gesichtern der Anwesenden stieg die Spannung ins unermessliche. Endlich kamen die Richter des sehr ehrenwerten Gerichtes in ihren eigenartig gefärbten Roben. Es waren nicht nur drei Personen. Vor dem langen Richtertisch befand sich das Rednerpult, von dem man nur vermuten konnte welchem Zweck es dienen sollte, der klagenden oder beklagten Partei, oder für jeden, der etwas zu sagen hatte.

Der „Feind“, in Form des Anwalts der gegnerischen Partei - der Banken - Herr RA Prof. Dr. Krämer, wurde aufgerufen. Der fing gleich mit seinem Possenspiel an. Er drehte sich, während er sprach dem Gericht zu, dann wandte er sich amdckliessend halb dem Publikum zu. Er sagte genüsslich die Worte -: „Liebes hohes Gericht, man muss annehmen, die Banken müssen vor den Verbraucherschützern geschützt werden.“ Dabei machte er eine theatralische Geste zum Publikum hin, man konnte förmlich den Honig fließen sehen.

Die Richter lächelten ebenso honigsüß, es schien ganz in Ihrem Sinne und sie brachten keinen Einwand gegen diese Aussage vor. Sie meinten nur: „Man kann ja Spaß verstehen.“ , man spürte den besagten Honig förmlich tropfen. Aber eine Gerichtsverhandlung ist nun mal keine spaßige und honigsüße Angelegenheit, oder etwa doch? Ist es nur ein Narrentreffen?

Das ist nur ein Ausschnitt aus Verhandlungen vor Gerichten, die das “Volk gewählt hat“, hat es????? Es heißt doch immer - Im Namen des Volkes -. Oder sollte das Volk keinen Namen haben?

Beitrag von Ch. Zank