Zeitplan für neues Haftbefehl-Gesetz umstritten

Montag 05.09.2005 19.00 Uhr

19. Juli 2005 Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) schließt die Verabschiedung eines neuen Gesetzes über den europäischen Haftbefehl noch vor einer möglichen Neuwahl im September nicht aus. „Theoretisch würde das gehen, daß der Bundestag und auch der Bundesrat, das noch vor ... der Wahl verabschieden”, sagte Zypries am Dienstag im RBB-Inforadio. „Ob's dann praktisch geht”, müsse man sehen.

Zypries beabsichtigt, in vier bis sechs Wochen einen neuen Gesetzentwurf vorzulegen, mit dem die Bundesregierung auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Montag reagieren will. „Ich hoffe sehr, daß die parlamentarischen Gremien sich dann auch noch dazu verstehen können, es zu verabschieden”, fügte sie hinzu. Die Bundesregierung habe nicht kalkulieren können, daß das Gericht das gesamte Gesetz aufheben würde. Nach der mündlichen Verhandlung in Karlsruhe habe sie es lediglich für möglich gehalten, daß die Verfassungsrichter Nachbesserungen fordern könnten.


Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion Dieter Wiefelspütz glaubt aber nicht an eine neue Regelung zum Europäischen Haftbefehl noch in dieser Legislaturperiode. Zwar sei das Bundesjustizministerium sicher in der Lage, in vier bis sechs Wochen einen Gesetzentwurf vorzulegen, „der den Anforderungen des Bundesverfassungsgerichtes entspricht”, sagte Wiefelspütz am Dienstag im Deutschlandfunk. Er könne sich aber nicht vorstellen, „daß wir eine Chance haben, den noch in dieser Wahlperiode zu verabschieden”.

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Bundesrichter rüffeln deutsche Unterstützung des Irak-Kriegs

Montag 05.09.2005 19.00 Uhr

Gerichtliches Nachspiel für die deutsche Unterstützung der Alliierten während des Irakkriegs: Das Bundesverwaltungsgericht hat gravierende rechtliche Bedenken gegen die völkerrechtliche Zulässigkeit dieser Hilfe.

Leipzig - In einem schriftlichen Urteil heißt es, die Unterstützung einer völkerrechtswidrigen Militäraktion liege nicht nur vor, wenn sie in Form einer militärischen Kampfhandlung erfolge. Die Bundesregierung hatte den USA und Großbritannien unter anderem Überflugrechte sowie den Schutz ihrer Einrichtungen auf deutschem Boden zugesichert.


Wie die Bundesverwaltungsrichter in Leipzig weiter feststellten, kann ein Verstoß gegen das völkerrechtliche Gewaltverbot nicht ohne weiteres deshalb verneint werden, weil die Bundesregierung wiederholt zum Ausdruck gebracht hatte, dass sich deutsche Soldaten nicht an Kampfhandlungen beteiligen würden. Eine völkerrechtswidrige Handlung könne auch auf andere Weise begangen werden. "Eine Beihilfe zu einem völkerrechtswidrigen Delikt ist selbst ein völkerrechtswidriges Delikt", heißt es wörtlich in dem mehr als 110 Seiten umfangreichen Urteil, über das die "Frankfurter Rundschau" in ihrer Samstagausgabe berichten wird.

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Legale Mini-Jobber kaum teurer als Schwarzarbeiter

Montag 29.08.2005 16.00 Uhr

Wer seine Haushaltshilfe bei der Bundesknappschaft meldet, kann das Finanzamt an den zusätzlichen Kosten beteiligen

Für 200 Euro im Monat putzen, für 300 Euro kellnern - in der Vergangenheit wurden diese Nebenjobs vielfach "schwarz" ausgeübt. Mit der Einführung des Minijob-Regelwerks hat der Gesetzgeber 2003 Anreize gesetzt, Nebentätigkeiten zu legalisieren. Bis zu 400 Euro im Monat sind für den Arbeitnehmer frei von Abgaben und Steuern.

Brutto für netto im Minijob - mit diesem Konzept sollte auf dem Wege der Hartz-Reformen neuer Schwung in den Arbeitsmarkt gebracht werden. Die Einkommensgrenze für geringfügige Beschäftigungen - sogenannte Minijobs - wurde zum 1. April 2003 von bisher 325 Euro auf 400 Euro angehoben. Bis zu dieser Grenze bleiben die Einnahmen für den Arbeitnehmer frei von Steuern und Sozialabgaben. Der Arbeitgeber zahlt hingegen etwas mehr als zuvor - 25 statt bisher 22 Prozent. Davon entfallen zwei Prozent auf Steuern, zwölf Prozent auf die Rentenversicherung und elf Prozent auf die Krankenversicherung. Letzteres entfällt jedoch, wenn der Beschäftigte privat oder gar nicht krankenversichert ist.


In der Pauschsteuer von zwei Prozent sind Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer enthalten - auch dann, wenn der Beschäftigte gar keiner Religionsgemeinschaft angehört.

Von der Minijob-Regelung profitieren vor allem auch Privathaushalte, die Servicekräfte für die Betreuung der Kinder, die Haus- oder Gartenarbeit beschäftigen. "Privathaushalte können nun etwa Personal für Haus und Garten ohne bürokratischen Aufwand einstellen", sagt Aenne Riesenberg, Steuerexpertin bei "Finanztest". Der private Arbeitgeber zahlt insgesamt nur zwölf Prozent des Verdienstes (davon je fünf Prozent an die Renten- und Krankenversicherung und zwei Prozent Pauschsteuer) an Steuern und Sozialabgaben. Die bei der Bundesknappschaft eingerichtete Minijob-Zentrale zieht die Beiträge jeweils am 15. Juli und am 15. Januar vom Arbeitgeber über das sogenannte "Haushaltsscheckverfahren" ein. Dieses Verfahren hat nicht nur den Vorteil, daß 13 Prozent weniger an Pauschalabgaben zu zahlen sind.


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MDR will konsequent gegen Korruption vorgehen

Montag 29.08.2005 16.00 Uhr

MDR will konsequent gegen Korruption vorgehen Leipzig (dpa) - Der Intendant des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), Udo Reiter, hat ein konsequentes Vorgehen gegen Korruption im Sender angekündigt. «Wir bestechen nicht und lassen nicht bestechen», sagte Reiter bei einer Sondersitzung des MDR-Rundfunkrats in Leipzig.

Der Sender denke daran, einen Anti-Korruptionsbeauftragen einzusetzen. Geschäftliche Beziehungen zu Familienangehörigen von Mitarbeitern sollten offen gelegt werden. Anlass der Sondersitzung des Aufsichtsgremiums waren Korruptionsvorwürfe gegen den Ex-Sportchef Wilfried Mohren und das Thema Schleichwerbung.


Im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen den 47-jährigen in Untersuchungshaft sitzenden Journalisten räumte Reiter auch Zahlungen an den MDR ein. Im Jahr 2000 sei im Zusammenhang mit der Einführung der Sportwette Oddset nicht nur an Mohren Geld geflossen. «Dies war damals weder mir noch den Gremien bekannt», sagte Reiter. Der bis Ende Januar 2001 tätige Fernsehdirektor hatte laut Reiter andere Angaben gemacht. Zu Konsequenzen machte der Sender keine Angaben.

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Ostdeutsche sind viel frustrierter als Westdeutsche

Montag 29.08.2005 16.00 Uhr

Linkspartei lockt die meisten enttäuschten Wähler Berlin - Nach jüngsten Umfragen sind die Ostdeutschen erheblich frustrierter als die Westdeutschen. Die meisten Enttäuschten sind in der Linkspartei zu finden. Und Frauen sind eher von Themen als von Personen in ihrer Wahlentscheidung zu beeinflussen. Befragt wurden am Wochenende Deutschlands führende Meinungsforscher auch zu den Chancen der Linken. Prognostiziert wurde dem Bündnis aus PDS und WASG ein Ende seines Höhenflugs.

Auf die Frage, ob sie mit ihrer Lebenssituation eher zufrieden seien oder ob Enttäuschung und Frustration dominierten, gaben 39 Prozent der befragten Ostdeutschen in einer repräsentativen Umfrage des Instituts Infratest Dimap im Auftrag der "Bild am Sonntag" an, eher frustriert zu sein. Als zufrieden bezeichneten sich 58 Prozent. Im Westen äußerten 77 Prozent Zufriedenheit und nur 21 Prozent Enttäuschung und Frustration.

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Fleißige Siedler und ein kleines Wunder "Polemisches Soziallexikon"

Montag 29.08.2005 16.00 Uhr

Wiedervereinigung, deutsche. - Politisch glänzend geglückte, ökonomisch und sozial vollständig mißglückte Zusammenfügung von West- und Ostdeutschland. Ein auch schon im Westen seit langem überholtes System wurde dem Osten einfach übergestülpt, jede freiheitliche Konkurrenz (flexible Löhne, freieres Sozial-, Arbeits- und Gewerberecht) wurde unmöglich gemacht, die Währungsumstellung zu einem sozialpolitischen Kurs vollendete die Katastrophe. Den liebevoll wiederhergestellten Städten Ostdeutschlands fehlt die ökonomische Basis und wird bald auch die biologische fehlen. Die Bevölkerung wandert ab.

"Wilder Westen". Nicht ganz zu Unrecht romantisierte Zone relativer Staatsfreiheit bei der Erschließung des nordamerikanischen Kontinentes. Selten hat Eigeninitiative, auch in politischer Hinsicht, der Glaube an "spontane Ordnungen" durch ehrgeizige und fleißige Siedler eine solche Rolle gespielt. Was war dagegen die staatsgesteuerte deutsche Ostkolonisation unter den Hohenzollern! Indessen war - von den betrüblichen Kämpfen mit den Indianern, ihrer Entrechtung und ihrem schließlichen Untergang abgesehen - die Erschließung des "Wilden Westens" eine mustergültige Leistung privater "institutioneller" Unternehmer, die den Gebrauch des Weidelandes, der Bodenschätze und des Wassers arrangierten. Der "Wilde Westen" war friedlicher als dies heute einige westliche Großstädte sind.

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Hedge-Fonds spekulieren auf schnelle Lösungen bei Siemens

Montag 29.08.2005 16.00 Uhr

München - Deutschlands größter Elektrokonzern Siemens sucht nach Lösungen für seine Problemsparten. An diesem Montag kommt der Zentralvorstand zusammen, um sich über die künftige Ausrichtung der Kommunikationssparte Com sowie der IT-Dienstleistungen und der Logistik-Sparte zu informieren. Zu den kritischen Bereichen läßt sich die Führungsriege Statusberichte vorlegen. Weitreichende Entscheidungen sollen aber noch nicht fallen.

Siemens-Sorgenkind ist vor allem der IT-Dienstleister SBS. "Wir müssen auf eine Kostenstruktur kommen, die dem Wettbewerb standhält", sagte Kleinfeld der "Süddeutschen Zeitung" zu den Problemen bei SBS. Im Gespräch seien Arbeitszeitverlängerungen, Verzicht auf Überstundenzuschläge und andere Sonderleistungen.

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Pannen und Hartz-IV-Probleme

Montag 29.08.2005 16.00 Uhr

Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit Die Bundesagentur steckt in einer ernsten Imagekrise: Mal sorgt eine neue Computerpanne für Schlagzeilen, mal Ärger mit Datenschützern für öffentliche Entrüstung. Auch von den forschen Reformplänen ist kaum etwas umgesetz worden.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) steckt auch drei Jahre nach der so genannten Vermittlungsaffäre in einer tiefen Imagekrise. Dabei hat die Hartz-IV-Arbeitsmarktreform, von der sich die rot-grüne Bundesregierung eigentlich die Arbeitsmarkt-Wende erhofft hatte, wesentlich zum angekratzten Image der Nürnberger Mammut-Behörde beigetragen, schätzen Fachleute.Inzwischen reagiert auch der Vorstandschef der BA, Frank-Jürgen Weise, enttäuscht auf die schleppende Wandlung des einstigen Arbeitsmarkt-Tankers zur flotten Dienstleistungs-Fregatte. Geht doch der vor rund zwei Jahren gestartete Umbau der Bundesagentur wesentlich auf die Initiative des Ex-Unternehmers und Controlling- Experten zurück. Mit der Einführung effektiverer Vermittlungsmethoden und einem auf mehr Mitarbeiterverantwortung und Leistungskontrolle fußenden Führungskonzept sollte auch das öffentliche Ansehen der BA wachsen.


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Ist Lobbyismus eigentlich gefährlich?

Samstag 27.08.2005 00.45 Uhr

Was ist eigentlich Lobbyismus? Es ist die Einflussnahme der Wirtschaft auf die Politik um ihre Interessen zumindest in die Gesetzgebung einzubringen, wenn nicht sogar durchzusetzen.

Warum ist Lobbyismus in unserem Land eigentlich so anrüchig und in großen Teilen der Bevölkerung verpönt? In den USA gibt es ca. 10-12.000 Lobbyisten die in Washington die Interessen ihrer Firmen vertreten und dort hat man keine derartigen Probleme mit ihm, wie bei uns.


Dazu muss man wissen, dass man dort über jeden einzelnen Bescheid weiß, welche Firmen und welche Interessen vertreten werden, sowie an welchen Gesetzen mitgearbeitet wurde.

Das heißt also, es herrscht Transparenz.


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Rechtssicherheit, nur noch eine Vokabel ?

Dienstag 23.08.2005 14.00 Uhr

In allen Wahlprogrammen der etablierten Parteien hört man nichts über eine Justizreform obwohl schon namhafte Leute vor 10 Jahren über einen Missstand in der Justiz aufmerksam machten.
Zum Beispiel Prof. Dr. Friedrich Christian Schroeder, der schon am 03.02.1995 in der FAZ Unter dem Titel:
„Ein bedenkliches Richterprivileg" Soll nur schwere Rechtsbeugung strafbar sein“?! einen Artikel schrieb.


Und deren, mit ähnlichem Inhalt, sind in den Jahren danach viele geschrieben worden, aber hat sich auch nur etwas geändert, ich denke nicht. Im Gegenteil, die Berufung auf die Unabhängigkeit der Richter wird weitgehend dazu genutzt um nicht gegen sie vorgehen zu müssen.

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Normale Arbeitnehmer zahlen mehr

Dienstag 23.08.2005 14.00 Uhr

Studien sehen nur die Wohlhabenden als Gewinner einer Steuerreform nach dem Kirchhof-Konzept
Eine Steuerreform im Sinne des UnionsFinanzexperten Paul Kirchhof würde mehreren Studien zufolge Geringverdiener belasten und Spitzenverdiener begünstigen. Die Wissenschaftler warnen zudem vor massiven Einnahmeausfällen für den Staat.
Berlin · Die Krankenschwester und der Facharbeiter verlieren, der Chefarzt und der Manager gewinnen. Dieses Ergebnis sagt das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) für den Fall voraus, dass der Verfassungsjurist Kirchhof als Unions-Finanzminister seine Absichten in der Steuerpolitik durchsetzen könnte. Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hält Bezieher höherer Einkommen für die Nutznießer, ebenso sehen es die Steuerabteilungsleiter aller 16 Bundesländer in einem Bericht vom Februar 2004. Kirchhof selbst weist den Vorwurf mangelnder sozialer Ausgewogenheit zurück.


Zur Illustration seiner Kritik hat WSI-Finanzexperte Achim Truger das Kirchhof-Konzept anhand von sechs Beispielfällen durchgerechnet. Demnach bringt der niedrigere Steuersatz typischen Arbeitnehmern weniger, als sie der Subventionsabbau kostet. Die Oberkrankenschwester und der Facharbeiter in der Fabrik zahlen drauf, weil Kirchhof Feiertags- und Nachtzuschläge besteuern und die Pendlerpauschale streichen möchte. Anders sieht es beim Manager mit der nicht-berufstätigen Ehefrau und zwei Kindern aus: Bei ihm reichen laut Truger die geringeren Gestaltungsmöglichkeiten bei der Steuererklärung nicht aus, "um die deutliche Senkung des Spitzensteuersatzes zu kompensieren". Aus diesem Grund zählt auch der Unternehmer zu den Nutznießern. Er behält netto dank der Tarifsenkung deutlich mehr, selbst wenn einer CDU/CSU-Regierung das Stopfen von Steuerschlupflöchern gelingen sollte.

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Kommt der Krieg ums Wasser?

Dienstag 23.08.2005 14.00 Uhr

Fast neun Milliarden Menschen werden sich im Jahr 2050 das Süßwasser der Erde teilen müssen. Dabei scheint das wertvolle Nass bereits heute nicht für alle zu reichen: Rund vier Millionen Menschen sterben jährlich durch verschmutztes Trinkwasser.
Mehr als eine Milliarde Menschen hat keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser – häufig mit tödlichen Folgen: Nach Angaben der Vereinten Nationen sterben jedes Jahr rund vier Millionen Menschen an Krankheiten, die durch verschmutztes Trinkwasser verursacht werden.
Das sind etwa 10.000 Menschen täglich - davon fast 4000 Kinder. Selbst alle Kriege weltweit fordern jedes Jahr weit weniger Todesopfer.


„Mit keiner einzigen Maßnahme, so erklärte UN-Generalsekretär Kofi Annan, „ließen sich in den Entwicklungsländern Krankheiten besser bekämpfen und Leben retten, als mit sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen.“
Doch die Zahl der Menschen auf unserem Planeten wächst – bis zum Jahr 2050 gehen die UN von etwa 8,9 Milliarden Weltbürgern aus - und damit wächst auch die Konkurrenz um den Zugang zur lebenswichtigen Ressource Wasser.


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Union plant radikale Reformen noch 2005

Dienstag 23.08.2005 14.00 Uhr

Die CDU/CSU will im Falle eines Wahlsieges unmittelbar nach der Regierungsübernahme den Kündigungsschutz lockern, die Wirtschaft bei der betrieblichen Mitbestimmung entlasten und die staatlich geförderte Frühverrentung abschaffen. Nur noch Details des 100-Tage-Sofortprogamms sind nach Handelsblatt-Informationen noch zu klären.

BERLIN. Noch in diesem Jahr will die Union in den Bereichen Arbeit und Wirtschaft einschneidende Veränderungen beschließen, die ab 1. Januar 2006 Gesetzeskraft haben sollen. Sehr wahrscheinlich werde bereits innerhalb der nächsten 14 Tage ein 100-Tage-Programm vorgestellt, erfuhr das Handelsblatt aus dem Umfeld von Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel.
Voraussichtlich in der kommenden Woche solle das Programm von den Parteispitzen abschließend beraten werden, heißt es. Zu den Bereichen, die unmittelbar nach der Regierungsübernahme reformiert werden sollen, gehören das Betriebsverfassungsrecht, der Kündigungsschutz und die Altersteilzeit


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„Et hätt noch immer jot jejange“

Dienstag 23.08.2005 14.00 Uhr

Pünktlich zum Papst-Besuch kriecht der Kölsche Klüngel wieder durch die Stadt. Dieses Mal im Mittelpunkt: der Neubau der vier neuen Nordhallen der Messe. Mehrere Großinvestoren wenden sich mittlerweile angewidert von der Stadt ab.
KÖLN. Er wird sie alle bewundern können, die Kölner Sehenswürdigkeiten. Wenn Papst Benedikt XVI. heute um 16.45 Uhr bei Kapitän Willi Drof an Bord der „MS Rhein-Energie“ geht und den Rhein flussaufwärts fährt, kommt er zunächst am Hafen mit seinen neuen Museen vorbei, dann erscheint links Groß Sankt Martin und schon bald auch der Dom. Schließlich geht es weiter zur Hohenzollernbrücke, wo am rechten Rheinufer der Blick fast zwangsläufig auf die Messe und ihren überragenden Turm fällt.


Der Papst wird den Gläubigen zuwinken und sicher nicht daran denken, dass ganz Köln in diesen Tagen nur über drei Themen diskutiert: den gelungenen Start des FC in die Bundesliga, den Besuch des Kirchenoberhaupts und die allzu weltlichen Vorgänge um den Neubau genau jener Messe, für den sich nun sogar die Staatsanwaltschaft interessiert: Die hat unter dem Aktenzeichen 115JS62/05 „im Zusammenhang mit den Vorgängen um die Errichtung und Vermietung der Messe ein Ermittlungsverfahren wegen möglicher Untreue gegen den Oberbürgermeister und weitere noch zu ermittelnde Verantwortliche eingeleitet“.
260 Millionen Euro sollen die vier neuen Nordhallen der Messe kosten. Ihr Bau ist notwendig, weil der Fernsehsender RTL sich ab 2008 auf dem Gelände breit machen will und tüchtig Platz für Verwaltung und Studios braucht.
Alles kein Problem, wäre das Projekt nicht derart teuer und der Neubau ordentlich ausgeschrieben worden. Genau das aber ist offenbar nicht geschehen, und so bietet die Baustelle im Stadtteil Deutz den Stoff für eine Neuauflage des Klassikers: „Der Kölsche Klüngel“.


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Korruption bei Ikea: Spur führt nach Hamburg

Dienstag 23.08.2005 14.00 Uhr

FRANKFURT - Im Rahmen mutmaßlicher Schmiergeldzahlungen beim schwedischen Möbelhaus Ikea in Deutschland sind am Dienstag unter anderem Büros eines betroffenen Bauunternehmens in Hamburg durchsucht worden. Das gab die Staatsanwaltschaft in Frankfurt auf Anfrage bekannt. "Es geht um eine Hamburger Baufirma, die sich auf Bestecherseite befindet", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Doris Möller-Scheu, dem Abendblatt.

Die Ermittlungen richten sich in ganz Deutschland gegen insgesamt 15 bis 20 Verdächtige. Während einer bundesweiten Razzia nahmen Ermittler zwei Bauleiter der Deutschland-Zentrale Wallau sowie einen Bauunternehmer aus Düsseldorf fest. "Den Bauleitern wird vorgeworfen, von mehreren Baufirmen Geld- und Sachleistungen angenommen zu haben, um diese bei Aufträgen zu bevorzugen", sagte Möller-Scheu. Bei einem 56 Jahre alten Bauleiter gehe es um 600 000 Euro, sein 48jähriger Kollege soll zwischen 60 000 und 70 000 Euro angenommen haben. Der Bauunternehmer (44) soll Ikea-Mitarbeiter bestochen haben, um an Aufträge zu kommen. "Der Unternehmer und der 48 Jahre alte Bauleiter haben bereits Teilgeständnisse abgelegt", sagte Möller-Scheu.

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Korruption: Mehr Gefühl als Wirklichkeit

Dienstag 23.08.2005 14.00 Uhr

Neue Fälle, Zahlen, Täter von Korruption werden täglich genannt. Wichtige Fragen aber bleiben: Gibt es wachsende Umfänge von Korruption? Welcher Schaden entsteht? Und jenseits der Verfolgung und Bestrafung: Welche Vorbeugemaßnahmen sind zu ergreifen?
Zweifel sind schon daran angebracht, ob Korruption wächst. Sie lebt im Dunklen und entzieht sich damit der Messung. Der weltweite Index der Anti-Korruptionsorganisation „Transparency International“ (TI) ist eine „jährliche Momentaufnahme der Eindrücke von Geschäftsleuten und Länderanalysten“, so TI. Was sich als Faktum präsentiert, ist allenfalls eine Art „gefühlte Korruption mit all den damit verbundenen Irritationen“, so die Professoren Stephan A. Jansen und Birger Priddat, die sich in der Schriftenreihe der Zeppelin-University mit einer ökonomischen Theorie der Korruption beschäftigen.


So respektabel die Intentionen von Non-Government-Organisationen wie Transparency International sind – ihr Geschäftsmodell lebt davon, Entwicklungen zu dramatisieren, statt Entwarnung und Selbstaufgabe zu empfehlen. Die Überhöhung des vermuteten Umfangs von Korruption ist programmiert.
Auch der Schaden durch Korruption ist schwer zu messen. Nun gibt es ohne Zweifel Staaten, deren wirtschaftliche Entwicklung wegen umfassender Korruption blockiert ist. Andererseits schneiden Länder mit den höchsten Wachstumsraten wie China, Indien und Russland beim TI-Korruptionsindex besonders schlecht ab.


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Staatliche Gewalt und Erpressung

Dienstag 23.08.2005 14.00 Uhr

Polemisches Soziallexikon Steuern. - Derzeit das Hauptmittel des Staates, sich mit Zwangsgewalt Einkommen zu verschaffen, um sein Personal zu beschäftigen und die ihm übertragenen oder an sich gezogenen Aufgaben zu erledigen.

Ohne beschränkende liberale Grundsätze der Besteuerung, kann die Steuer ein Mittel zur Zerstörung der Gesellschaft werden. "Fiskalsozialismus" ist heute der übliche Weg der Sozialisierung einer Gesellschaft. Alternativen zur Besteuerung sind: kleine Staatsagenda, naturale Dienstleistungen, Zolleinnahmen oder das Betreiben eigener Industrien.

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Kirchhof schwenkt auf Steuerkonzept der Union ein

Dienstag 23.08.2005 14.00 Uhr

Der Finanzexperte hält aber an seinen langfristigen Zielen fest - Unterstützung von der FDP, Kritik vom Kanzler von Hans-Jürgen Leersch
Berlin - Der als Finanzminister einer bürgerlichen Bundesregierung vorgesehene ehemalige Verfassungsrichter Paul Kirchhof will die Steuerreform 2007 so umsetzen, wie sie im Regierungsprogramm der Union steht. Eine entsprechende Erklärung gab Kirchhof nach Informationen der WELT gestern vor der CDU-Führung in Berlin ab. Nach Teilnehmerangaben sagte Kirchhof, er werde sich an das Regierungsprogramm halten und die darin vorgesehen steuerlichen Maßnahmen mit Steuersätzen von zwölf bis 39 Prozent zum 1. Januar 2007 umsetzen. "Aber nach 2007 hört das Denken nicht auf", sagte Kirchhof mit Blick auf seine weitergehenden Vorstellungen wie den einheitlichen Steuersatz von 25 Prozent und die Abschaffung aller Sonderregelungen und Ausnahmetatbestände im Steuerrecht.


Damit stellte Kirchhof klar, daß er nicht von dem Regierungsprogramm abrücken will. Auch Kanzlerkandidatin Angela Merkel, die noch am Wochenende leichte Distanz zu Kirchhof hatte erkennen lassen, sagte nach der Sitzung, sie sehe "überhaupt keine Widersprüche" zu Kirchhof. und den Steuerplänen der Union.

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Wider die herrschende Leere

Mittwoch 17.08.2005 21.00 Uhr

Eine Bundestagswahl, ein Wahlergebnis - und was wird dann?

Es gibt Alternativen zur herrschenden Lehre und Politik. Sie müssen nur wachsen können. Dazu bedarf es aufmüpfiger Bürger, die sich nicht einschüchtern lassen.

Die öffentlichen Worte der Gewählten und das Denken der Menschen passen nur noch selten zueinander. In den Orten, die offiziell das Zentrum der Politik darstellen, gibt es zwar noch Abstimmungen, aber Macht ist dort keine mehr zu finden. Wer in Berlin nach ihr sucht, wird wahlweise nach Brüssel oder in Konzernzentralen verwiesen, in den Konzernzentralen wiederum auf anonyme Finanzinvestoren und Pensionsfonds und auf die internationalen Marktkräfte, die dieses oder jenes wollen. Die Orte von Macht und Verantwortung haben sich, wie schon oft zu Recht festgestellt, verflüchtigt.


Themen passen nicht mehr zu Parteien. So redet die Union zwar ständig von Marktwirtschaft und die Grünen und die SPD inzwischen auch, jedoch kümmern sie sich nicht um sie: Die Vermachtung der Wirtschaft schreitet national und international voran, der Wettbewerb wird schwächer oder ist in vielen Branchen bereits nicht mehr vorhanden. Der heutige Kapitalismus frisst die Marktwirtschaft auf. Die Regierung unter SPD-Kanzler Gerhard Schröder hat sich nie die Frage gestellt, warum sie gegen die Einführung von Studiengebühren ist, was - in Anbetracht des Anteils von Arbeiterkindern an den Hochschulen - ausschließlich einer finanziellen Förderung der gehobenen Mittelschichten gleichkommt, aber warum sie nie offensiv die Abschaffung von Kindergarten-Gebühren betrieben hat.

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"Schaffen Sie sich ein breites Kreuz an"

Mittwoch 17.08.2005 21.00 Uhr

Welche Chancen haben Quereinsteiger? Die Abwehrkräfte des deutschen Politikbetriebs sind beträchtlich

Der Ruf nach mehr Quereinsteigern in der Politik wird in Deutschland immer wieder angestimmt. Doch anders als beispielsweise in den USA haben Professoren, Manager oder Künstler als hochrangige Politiker bislang nur selten reüssiert. Die meisten klugen Köpfe bleiben auf ihren Posten in Wissenschaft, Wirtschaft oder Medien sitzen. Diejenigen, die die Wanderung zwischen den Welten doch wagen, werden von den Apparatschiks in den Parteien mißtrauisch beäugt und oftmals auch massiv behindert. Vielen Berufspolitikern gilt es nämlich immer noch als Makel, wenn Quereinsteiger ein exponiertes Amt bekleiden, ohne die klassische "Ochsentour" durch den Parteiapparat durchlaufen zu haben.


Prominentestes Negativ-Beispiel der jüngeren Zeit ist Jost Stollmann. 1998 wollte Gerhard Schröder den parteilosen CompuNet-Gründer zum Wirtschaftsminister machen. Doch die politische Karriere des New-Economy-Millionärs war schon beendet, bevor sie begonnen hatte. Acht Tage vor der der Vereidigung der rot-grünen Regierung verzichtete Stollmann auf sein Amt. Er begründete seinen Rückzieher mit Vorbehalten gegen Teile der Koalitionsvereinbarungen und die Beschneidung seiner Kompetenzen durch den damaligen SPD-Parteichef und designierten Finanzminister Oskar Lafontaine. Die Strippenzieher von damals wurden deutlicher:

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Beim Thema Altersvorsorge liefert die Politik nur Halbwahrheiten

Mittwoch 17.08.2005 21.00 Uhr Uhr

Ulla Schmidt feiert es als Erfolg: Rund 300 000 Bundesbürger haben in den ersten sechs Monaten des Jahres einen Vertrag für die Riester-Rente abgeschlossen - dies seien mehr als im gesamten vergangenen Jahr. Und bis Ende Dezember werde sich die Zahl mindestens noch verdoppeln, schätzt die wahlkämpfende Bundessozialministerin, die es wahrlich nicht leicht hat, Positives aus ihrem Geschäftsbereich zu verkünden. Schließlich droht die mit großen Hoffnungen versehene Gesundheitsreform gerade vollends zu verpuffen und die Prognosen der Experten zur Zukunft der gesetzlichen Rente werden düsterer und düsterer. Trotzdem: Mit ihrem Optimismus in Bezug auf die lange Zeit ungeliebte Riester-Rente steht die Politikerin nicht allein. Auch die Versicherungswirtschaft hat 2005 zum Renaissance-Jahr für dieses Produkt ausgerufen und verweist auf stolze Zuwächse bei den Abschlußzahlen.

Allein, die scheinbar so erfreuliche Entwicklung fußt vor allem auf einem statistischen Effekt. Denn das Jahr 2004 war ein rabenschwarzes für die Riester-Rente. Angesichts der monatelangen Diskussion um den Fall des Steuerprivilegs in der Lebensversicherung und der damit verbundenen Verunsicherung der Kunden verkauften die deutschen Assekuranzen damals im ganzen Jahr tatsächlich nur 300 000 Riester-Policen. Zum Vergleich: 2003 waren es immerhin 500 000 Stück und im Startjahr 2002 sogar 2,6 Mio. Verträge. Für einen Durchbruch bei der staatlich geförderten Zusatzrente sind die Zahlen aus den ersten sechs Monaten des laufenden Jahresbei Lichte betrachtet also wahrlich kein Beleg.

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Mollige Rundum-Versicherung und Erhards großerEntwurf

Mittwoch 17.08.2005 21.00 Uhr

Polemisches Soziallexikon Soziale Kälte. - Diese Kälte ist unvermeidliche Folge einer Verstaatlichung des "Sozialen", das sonst durch freie Gemeinschaften wie Familie, Kirche oder Vereine gesichert würde. "Liebe" und "Solidarität" lassen sich durch staatliche Behörden, die Anspruchsberechtigungen überprüfen und "ohne Ansehen der Person" handeln müssen, nicht erreichen. Die helfende Hand eines Freunde oder der Familie ist gewiß "wärmer" als die eines unkündbaren, persönlich unbekannten und gleichgültigen Staatsbeamten. Für "Soziale Wärme" gilt die Formel: je weniger Wohlfahrtsstaat und Staatsversorgung, desto mehr "soziale Wärme".

Soziale Marktwirtschaft. Großartiger Entwurf Ludwig Erhards zur Wiederherstellung einer Gesellschaft selbstbewußter Eigentumsbürger nach den Schrecken des totalitären Termitenstaates. Unter "sozial" verstand Erhard dabei: freie Wettbewerbsmärkte (Auflösung aller Kartelle!), gesicherte Eigentumsrechte, berechenbare Politik, stabiles Geld, Vorrang der Eigenvorsorge. Ideal war eine "Ownership Society", die sich nach und nach durch Eigentums- und Vermögensbildung von den Sozialprothesen der Bismarck-Zeit verabschieden kann. Erhards Konzeption setzte sich für die gewerblichen Märkte weitgehend durch, während er in der Sozialpolitik trotz massiven Protestes nicht verhindern konnte, daß der "Schrei nach sozialer Sicherheit" um so größer wurde, je mehr die Leute eigentlich auf eigenen Füßen stehen konnten.

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Pfahls legt Revision ein

Mittwoch 17.08.2005 21.00 Uhr

Augsburg - Der wegen Steuerhinterziehung und Vorteilsannahme zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilte Ex-Rüstungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls hat gegen das Urteil Revision eingelegt. Ob das Revisionsverfahren durchgeführt wird, soll nach dem Vorliegen der schriftlichen Urteilsbegründung entschieden werden, teilte Pfahls-Verteidiger Volker Hoffmann am Dienstag mit.

Der frühere CSU-Politiker hatte zugegeben, von dem nach Kanada geflüchteten Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber für Rüstungsgeschäfte rund zwei Millionen Euro Schmiergeld angenommen und nicht versteuert zu haben. Der ursprüngliche Vorwurf der Bestechlichkeit war am Ende des Verfahrens fallen gelassen worden, da Pfahls kein pflichtwidriges Verhalten als Regierungsbeamter nachzuweisen war.


Pfahls war am 13. Juli 2004 in Paris festgenommen und im Januar nach Deutschland ausgeliefert worden. Die Auslieferungs- und Untersuchungshaft wird ihm auf seine Gefängnisstrafe angerechnet. Damit Pfahls nach Verbüßen der Hälfte der Strafe frei kommt, muss das Ende vergangener Woche ergangene Urteil rechtskräftig sein. Erst dann kann die Verteidigung von Pfahls einen Antrag auf Freilassung nach der Hälfte der Strafe stellen. Am 27. August - einem Samstag - wäre die Hälfte der 27-monatigen Strafe vorbei, der frühest mögliche Entlassungstag wäre dann Montag, der 29. August.

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„Die Branche Korruption wächst“

Dienstag 16.08.2005 15.30 Uhr

Mit ein paar Scheinen extra läuft es für die Geschäftsleute in manchen Ländern wie geschmiert.

Ein Skandal jagt derzeit den nächsten. Vorbeugung tut Not, ist aber schwierig.
Frankfurt - Die Schlagzeilen häufen sich. Erst rückte der Vertrieb von Daimler-Chrysler in den Blickpunkt, weil dort 17 Manager bei Geschäften gemauschelt haben sollen. Dann platzte bei VW die Bombe: Mehrere Manager sollen sich unter tatkräftiger Mithilfe von Betriebsratsmitgliedern selbst bereichert haben. Infineon-Vorstand Andreas von Zitzewitz tritt zurück, weil auch er Schmiergeld kassiert haben soll, Commerzbank-Mitarbeiter sollen in Russland Beihilfe zur Geldwäsche geleistet haben, und die US-Börsenaufsicht ermittelt gegen Daimler-Chrysler-Manager wegen möglicher Unregelmäßigkeiten bei Irak-Geschäften.


Ist die deutsche Wirtschaft zu einem Sündenpfuhl geworden? Experten sind sich uneins. Während etwa die Anti-Korruptionsorganisation Transparency International keinen allgemeinen Anstieg der Bestechung und Bestechlichkeit in Deutschland ausmachen kann, ist der Frankfurter Oberstaatsanwalt Wolfgang Schaupensteiner davon überzeugt, dass die „Branche Korruption“ in Deutschland wächst. „Bestechen gehört nach verbreiteter Überzeugung zum freien und erfolgreichen Wirtschaften“, meint der Ermittler. Und auch die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre gibt sich fatalistisch: „Uns überrascht nichts mehr.“ Beim Bundeskriminalamt verweist man darauf, dass die Zahl der Ermittlungsverfahren von Jahr zu Jahr stark schwanke, ein klarer Trend lasse sich nicht ausmachen. Es sei jedoch zu befürchten, dass bei Firmen und Verbrauchern auf Dauer „das Vertrauen in die Funktionsfähigkeit der geltenden Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung schwinden“ könnte.

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Die wahre Rentenlüge

Samstag 13.08.2005 00.00 Uhr

Streit um die Altersvorsorge: Politiker fordern eine private Pflichtrente. Doch die Ärmeren haben schon heute zu wenig Geld zum Sparen
Deutschland geht schweren Zeiten entgegen, und schuld sind: die sorglosen Deutschen. Wenn die Verbraucher nicht bald mehr Geld beiseite legten, drohe ihnen Altersarmut, mahnen Rentenexperten. Finanzminister Hans Eichel fordert deshalb die Einführung einer privaten Pflichtrente. Denn die Bundesbürger sparen zu wenig.


Deutschland geht schweren Zeiten entgegen, und schuld sind: die geizigen Deutschen. Wenn die Verbraucher nicht bald mehr Geld ausgäben, werde auch künftig die Wirtschaft nicht wachsen, mahnen Konjunkturexperten. Finanzminister Hans Eichel fordert deshalb, die Bundesbürger sollten öfter einkaufen gehen. Sie sparen zu viel.

Ja, was denn nun?


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Wenn Ethik fehlt, wuchert Korruption

Samstag 13.08.2005 00.00 Uhr

" Skandale in der Wirtschaft – Einst disziplinierte die protestantische Religion die Auswüchse des Kapitalismus
Der Kapitalismus ist ungesund – sogar für Kapitalisten", schrieb der Philosoph Ernst Bloch vor über 50 Jahren. Seine Worte tat man damals selbstgefällig ab als das ideologische Geplapper eines unverbesserlichen Marxisten. Man lebte in dem Bewusstsein, es im etablierten Wirtschaftssystem mit der besten aller möglichen Welten zu tun zu haben.
Profit war gesund, Expansion notwendig, Eroberung von Märkten menschendienlich. Alles war gut und rechtens, solange es sich auf der Basis liberaler Prozesse und im Rahmen großzügiger gesetzlicher Vorgaben abspielte. Mochten sich hier und dort in den Gefilden der "freien Marktwirtschaft" auch schwarze Schafe tummeln, ließen sich "Betriebsunfälle", die zu Firmenpleiten und Zusammenbrüchen führten, auch nicht gänzlich vermeiden – die Hauptsache war, das System blieb unangetastet.


Heute, angesichts sich häufender Skandale und galoppierender Korruptionsaffären, kommen so manchem Zeitgenossen Zweifel. Wenn die Affären einander jagen und die Folgen dramatisch werden, wenn manipuliert, geschmiert, getrickst, schöngefärbt, vertuscht und veruntreut wird, wenn "astronomische leistungslose Gewinnmöglichkeiten" (Michael Adams) schamlos genutzt werden, hat man es offensichtlich nicht bloß mit reparaturbedürftigen Schadstellen des Kapitalismus, sondern mit Anzeichen einer grassierenden Krankheit zu tun.
Der infektiöse Virus stammt nicht etwa aus einer mangelhaften Wirtschaftstheorie, sondern aus einer defizitären (oder nicht vorhandenen) Ethik in den Köpfen der Akteure.


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Die Woche der Frustrierten

Samstag 13.08.2005 00.00 Uhr

Die Bayern sind klug - so klug, dass sie der SPD helfen, Angela Merkel von der Macht zu halten. Das aktuelle Meinungsbild, kommentiert von Matthias Nass
Es war die Woche des Edmund Stoiber. Und kein Unionschrist, der sich ihr Ende nicht sehnlich herbeigewünscht hätte. Das hat man davon, wenn Frustrierte andere frustriert "Frustrierte" nennen.
Denn frustriert scheint Edmund Stoiber allemal zu sein. Weil ja nicht nur die Bayern klüger sind als der Rest der Deutschen. Sondern weil auch die Politiker der CSU viel fleißiger sind als die der CDU. Ja will denn die CDU im Schlafwagen an die Macht zurückkehren? Da reist er quer durchs ganze Land, und andere reisen in den Urlaub. Na, da kann man doch wohl mal aus Frust die Contenance verlieren!


Die Welt registriert in ihrem Kommentar eine "verstörende Tonart" im Wahlkampf, die erkennen lasse, dass "es mit der gefühlten Einheit unseres Vaterlandes bei vielen nicht weit her ist". Ja, wen meint sie denn da? Doch wohl nicht sich selbst, macht sie doch die Titelseite mit der Überschrift auf: "Am meisten Gewaltdelikte im deutschen Nordosten". Ja, mit der Schlagzeile zum Frühstück kommen wir der gefühlten Einheit doch gleich ein Stück näher!
Das hätte sich der Kanzler nicht träumen lassen, dass er - der ehemalige Einheitsskeptiker - die Union und andere Konservative in diesen Tagen staatsmännisch und sehr effektvoll mahnen kann, die Gräben zwischen Ost und West doch bitte nicht zu vertiefen.


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Korrupt, aber nicht bestechlich

Samstag 13.08.2005 00.00 Uhr

Der Prozess gegen Ludwig-Holger Pfahls endet wie verabredet. Richter Hofmeister wehrt sich gegen Medienschelte. Strafprozesse seien kein Ort für historische Aufklärung. Die Regierung Kohl spricht er dennoch frei
Der Prozess gegen den früheren Rüstungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls hat nach sechswöchiger Dauer den erwarteten Ausgang genommen: zwei Jahre und drei Monate Haft.


Pfahls war beschuldigt worden, im Jahr 1991 von dem nach Kanada geflüchteten Rüstungs-Lobbyisten Karlheinz Schreiber im Kontext mit diversen Waffen-Exporten insgesamt 3,8 Millionen Mark erhalten und entsprechende Steuern hinterzogen zu haben. Den ursprünglichen Vorwurf der Bestechlichkeit haben die Staatsanwälte vor einer Woche fallen gelassen. Bleibt: Vorteilsnahme. Schon vor Beginn des Prozesses hatte Pfahls dies gestanden. So kam es zu dem jetzt vollendeten Deal.

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Die Parteien erreichen die Jugend nicht mehr. An wem liegt's?

Samstag 13.08.2005 00.00 Uhr

Das Internet zeigt, dass sich junge Bürger sehr wohl für Politik interessieren
Auf einer Website namens hiphop-partisan.net vermutet man Plattenbesprechungen und Veranstaltungstipps, oder vielleicht eine Debatte darüber, wer die besten Reime im jüngsten Freestyle-Battle hinbekommen hat. Hier jedoch wird nicht nur HipHop diskutiert, sondern zum Beispiel auch die Rückkehr der Homophobie in die deutsche Gesellschaft.


Im Forum der Musikseite laut.de eröffnet unterdessen “yasmin” die Diskussion Live8: “Sind die Interessen der G8-Staaten wirklich so eigennützig, oder soll man denen nicht so misstrauisch entgegenschauen und das neue Europa ist vielleicht wirklich ein anderes?” Die Frage erntet 215 Antworten. Wer nach der politischen Jugend sucht, findet sie also im Netz.
Politisch heißt allerdings nicht notwendigerweise politisch organisiert. Zwar haben Mitglieder des linksalternativen Milieus ihre Netz-Arenen wie kommunikationssystem.de und indymedia errichtet. Die sind sogar interaktiv, doch der Gedanken-Austausch findet vor allem unter Gleichgesinnten statt.


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Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Commerzbank-Chef

Samstag 13.08.2005 00.00 Uhr

Die Ermittler der Staatsanwaltschaft verdächtigen aktuelle und ehemalige Mitarbeiter der Bank wegen internationaler Geldwäsche. Die Affäre soll sich bis in höchste Moskauer Kreise ziehen

Frankfurt/Main - Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Geldwäsche nun auch gegen Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller. Das bestätigte die Commerzbank am Samstag in Frankfurt am Main, machte zugleich aber deutlich, daß Aufsichtsrat und Vorstand „kein Verständnis für die Erweiterung des Verfahrens“ hätten.


Die Bank gehe von einer „vollständigen Entlastung“ von Vorstandschef Müller aus. Die Bank sei zuversichtlich, daß auch die Prüfung der Finanzaufsicht (BaFin) dazu beitragen werde. Aus Sicht der Juristen handle es sich bei der Erweiterung des Ermittlungsverfahrens um einen „rechtlichen Formalakt“.
Die Ermittler verdächtigen aktuelle und ehemalige Mitarbeiter der internationalen Geldwäsche.


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Bestechungsaffäre läßt brasilianische Märkte einbrechen

Samstag 13.08.2005 00.00 Uhr

Politische Krise zieht auch Währung des Landes nach unten - Investoren befürchten Schwächung des wirtschaftsfreundlichen Präsidenten Sao Paulo - Am Donnerstag erlebte die brasilianische Währung den größten Kursrutsch seit knapp drei Jahren. Auch die Aktien- und Anleihekurse des südamerikanischen Landes sackten ab. Dahinter stand die Besorgnis der Investoren, daß bei den neuen Vorwürfen in einer Kongreßuntersuchung über Bestechungen auch Mitglieder der Regierung genannt werden und Präsident Luiz Inacio Lula da Silva im Kongreß an Unterstützung einbüßt.
Der brasilianische Real brach gegenüber dem Dollar um 3,8 Prozent ein. An der brasilianischen Börse rutschte der Bovespa-Index 1,8 Prozent auf 26 633 Zähler ab. Die umsatzstärkste Staatsanleihe des Landes mit einem Kupon von elf Prozent und Fälligkeit 2040 gab erstmals seit drei Tagen nach. Der Kurs fiel um 0,85 Cent je Dollar Nominalwert auf 118,05.

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Hedge Fonds-In Manhattan werden die Götter knapp

Samstag 13.08.2005 00.00 Uhr

13. August 2005 Als Fondsmanager Alan Ware vor drei Jahren einen Hedge-Fonds in New York gründete, hatte er keine Schwierigkeiten damit, Anleger zu finden und ein geräumiges Büro anzumieten. Sein größtes Problem war es, daß alle griechischen Götternamen schon von anderen Hedge-Fonds belegt waren, erzählte Ware dem „Wall Street Journal”. Auch Namen von Tieren, Gebirgsketten, Flüssen, Straßen und sogar Sonnensystemen waren schon vergeben.

Nach längerer Überlegung taufte Ware seinen Hedge-Fonds Pike Place Capital Management. Das ist der Name eines Bauernmarktes in Wares Geburtsstadt Seattle. „Das war schwieriger, als Namen für meine Kinder zu finden”, sagt Ware.

Fauna und Flora werden geräubert

Der Wettbewerb um die Namen ist in den vergangenen Jahren hart geworden. Der Wettbewerb ist besonders groß um Bezeichnungen, die etwas Aufstrebendes, Mächtiges oder Majestätisches signalisieren sollen.


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EIN-EURO-JOBS - Kommunen wollen 150.000 zusätzliche Stellen

Samstag 13.08.2005 00.00 Uhr

Kleine Betriebe und Handwerker klagen seit Monaten über den Wettbewerbsdruck, der durch die Ein-Euro-Jobs entsteht. Die Kommunen sehen da gar kein Problem. Sie wollen deren Zahl sogar noch deutlich ausweiten.
Ein Euro Jobber: Häufig gibt es keine Alternative Osnabrück - Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, sprach in einem Interview mit der "Osnabrücker Zeitung" von insgesamt 350.000 möglichen Arbeitsgelegenheiten.


Das wären 150.000 Stellen mehr als derzeit angeboten werden. Die Kritik von Handwerks-Präsident Otto Kentzler an der hohen Zahl der Ein-Euro-Jobs wies Landsberg als völlig übertrieben zurück. Der Rückgang der kommunalen Investitionen seit 1992 um mehr als 40 Prozent schade dem Handwerk weitaus mehr als es Ein-Euro-Jobs es jemals tun könnten. Außerdem gebe es aktuell erst für jeden zehnten Langzeitarbeitslosen eine solche Beschäftigungsmöglichkeit.

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Jobcenter müssen Ein-Euro-Jobs genau prüfen

Dienstag 09.08.2005 21.00 Uhr

Berlin - Jobcenter können Arbeitslosen erst dann verbindlich einen sogenannten Ein-Euro-Job zuweisen, wenn sie die Maßnahme genau geprüft haben. Vorher kann der Arbeitslose sie ohne rechtliche Sanktionen abbrechen, heißt es in einem Beschluss des Sozialgerichts Berlin.

Mit Erfolg hatte ein 24-Jähriger geltend gemacht, er werde zu sinnloser Arbeit herangezogen. Die Vereinbarung mit dem Träger sei rechtswidrig, entschied das Gericht. (Az: S 37 AS 4801/05 ER)

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UNO-Beamter gibt Korruption zu. Die UNO verliert ihren Glanz

Dienstag 09.08.2005 21.00 Uhr

Ein hoher UNO-Beamter hat sich in New York der Korruption schuldig bekannt. Dem Ex-Chef der Einkaufsabteilung, Alexander Jakowlew, der in den Skandal um das Irak-Hilfsprogramm verwickelt ist, droht eine Gefängnisstrafe von mehr als 20 Jahren.
Der Russe gab laut US-Justiz sowie der UNO am Montag (Ortszeit) zu, seit Jahren von Firmen Bestechungsgelder für die Vergabe von Aufträgen verlangt und meistens auch erhalten zu haben. Er habe dafür Schwarzgeld-Konten in mehreren Ländern unterhalten.
Jakovlev soll versucht haben, das Genfer Warenprüfunternehmen SGS zu bestechen. SGS blieb aber standhaft. Der Russe war auch verantwortlich für die Vergabe eines Auftrages an die Schweizer Firma Cotecna, die ebenfalls Gegenstand der Untersuchung ist und bei der Annans Sohn Kojo tätig war.


Jakowlew, der in einem Vorort von New York wohnt, wurde kurz nach seiner Festnahme gegen eine Kaution von 400 000 Dollar auf freien Fuss gesetzt. Er ist der bislang erste UNO-Vertreter, der im Zusammenhang mit dem Skandal um das Irak-Programm «Öl für Lebensmittel» vor Gericht steht. Wann das Hauptverfahren eröffnet wird, war noch unklar.
Der UNO-Beamte war nur wenige Minuten nach der Aufhebung seiner diplomatischen Immunität durch UNO-Generalsekretär Kofi Annan von USO-Justizbeamten festgenommen worden.


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Schwere Zeiten für Annan

Dienstag 09.08.2005 21.00 Uhr

Der Skandal um die Korruptionsvorwürfe machen den UN schwer zu schaffen. Die Ermittler gehen dem Verdacht der Vorteilnahme durch Annan weiter nach. Schon werden Gerüchte über einen baldigen Rücktritt Annans laut. Kofi Annan hat so rasch gehandelt, wie man das von den Vereinten Nationen kaum gewohnt ist. Minuten, nachdem zwei hohe UN-Beamte öffentlich der Korruption beschuldigt worden waren, hob er deren diplomatische Immunität auf. „Wir arbeiten rückhaltlos mit der US-Staatsanwaltschaft zusammen“, versprach eilfertig Annans Kabinettschef Mark Malloch Brown. Das Entgegenkommen ist verständlich. Es geht auch um die Zukunft des Generalsekretärs.

Kaum eine Frage wird in den Wandelgängen am East River derzeit so häufig gestellt wie diese: Wann wird es „Adieu Annan“ heißen? Schon Wochen vor der Veröffentlichung des neuen Berichtes der Kommission zur Untersuchung von Korruption beim Irak-Hilfsprogramm streuten amerikanische Diplomaten, der oberste UN-Beamte sei von einer „Rücktrittssehnsucht“ befallen.
Annan ließ zwar wissen, er werde seine Amtszeit bis Ende 2006 wahrnehmen. Doch am Montag machte der von ihm berufene Ermittler Paul Volcker klar, dass dem Verdacht der Vorteilsnahme durch den UN-Generalsekretär weiter nachgegangen wird. Dabei geht es um eine Notiz des Vizepräsidenten der Schweizer Firma Cotecna, die auf eine Einflussnahme Annans auf die Vergabe eines lukrativen UN-Auftrags für das Unternehmen im Irak hinzudeuten scheint - als Gegenleistung dafür, dass Annans Sohn Kojo bei der Firma gutes Geld verdiente.


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SPD-Minister drängen Union zu Großer Koalition

Dienstag 09.08.2005 21.00 Uhr
Schily: "Nicht von vornherein widersetzen" - Böhmer (CDU): "Man muß reden können" - Schröder fordert Ende der Debatte

Berlin - Entgegen allen Kanzlerappellen hat sich mit Innenminister Otto Schily ein weiteres Kabinettsmitglied offen für eine große Koalition mit der Union gezeigt. Erstes Ziel sei es zwar, die rot-grüne Regierungsarbeit fortzusetzen, sagte Schily am Montag. Sollte die Wahl aber anders ausgehen, "dann darf man sich der Option auch einer großen Koalition nicht von vornherein widersetzen". Große Teile der CDU dagegen versuchen weiterhin, die Debatte zu vermeiden. Allerdings erklärte auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer, daß ein schwarz-rotes Bündnis nicht per se auszuschließen sei. "Wir wollen einen Politikwechsel mit der FDP. Wenn es aber mathematisch keine andere Lösung gibt, muß man reden können", sagte Böhmer der WELT.


Ähnlich äußerte sich Hamburgs CDU-Landeschef Dirk Fischer: "Eine große Koalition ist nicht wünschenswert, weil in ihr mit der SPD eine Partei beteiligt wäre, die die Misere in unserem Land zu verantworten hat." Entscheidend sei aber letztlich, was der Wähler möchte. Fischer: "Prinzipiell gilt, alle demokratischen Parteien müssen untereinander koalitionsfähig sein.

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Ein selbsterzeugendes System

Dienstag 09.08.2005 21.00 Uhr

Bundestagswahl 2005: Das aktuelle Meinungsbild, kommentiert von Gero von Randow. Heute: Dem Wahlkampf fehlt das Thema

Fahrig wirkt der Wahlkampf zur Zeit, und die Kommentierungen desselben machen einen entsprechenden Eindruck. Der Zeitungsstapel neben der Kaffeetasse birgt heute in erster Linie Neues über Iran, Discovery und andere Zitterpartien. Lasen wir in den gestrigen Zeitungen wenigstens noch Dezidiertes über Koalitionsspiele, so scheint es heute, als hätten die ermatteten Überregionalen das Thema an die Regionalblätter delegiert.


Eine rühmliche Ausnahme stellt der Kommentator der WELT dar, der kopfschüttelnd schreibt: „Wenn der Wahlkampf kein Thema hat, dann wird der Wahlkampf selbst zum Thema.“ Ein selbsterzeugendes System (auch unsere Pressekommentare auf ZEIT online sind eines). Solche Systeme können durchaus an sich selbst zugrunde gehen, eine Gefahr, die der Kollege von der WELT ebenfalls sieht, wenn er schreibt: „... atemberaubend ist deshalb, dass im Gegenzug Union und FDP nichts anderes einfällt, als Streit im eigenen Lager anzufangen: Vorbeugend wird schon der Schuldige dafür gesucht, dass es mit der eigenen Mehrheit wieder nicht geklappt haben könnte am 18. September.“

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Karlsruher Richter wollen rasch entscheiden

Dienstag 09.08.2005 21.00 Uhr

Zuerst wurde mit einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über Neuwahlen nicht vor Ende des Monats gerechnet. Doch jetzt kündigten die Karlsruher Richter an, zügig zu einem Urteil kommen zu wollen.

Karlsruhe - "Vorsicht, es könnte sein, dass es schnell geht", sagte der Vorsitzende Richter des zuständigen Zweiten Senats, Winfried Hassemer, zum Abschluss der mündlichen Verhandlung. Einen Termin für die Entscheidung nannte er aber nicht. Dieser werde festgesetzt, wenn das Gericht in seinen internen Beratungen zu einer Entscheidung gekommen sei.


Innenminister Otto Schily gab sich optimistisch, dass der Neuwahltermin am 18. September Bestand haben werde. "Es spricht alles dafür, dass wir mit einer positiven Entscheidung rechnen können", sagte der SPD-Politiker. "Eine rasche Entscheidung wäre im Sinne der Sache." Genauso optimistisch gaben sich aber die Kläger, der Grünen-Abgeordnete Werner Schulz und die SPD-Parlamentarierin Jelena Hoffmann. Sie warfen Kanzler Gerhard Schröder Verfassungsbruch vor. Die absichtlich verlorene Vertrauensfrage am 1. Juli sei inszeniert und deshalb rechtswidrig gewesen, sagte Hoffmann. Die Einschätzung des Kanzlers, er verfüge über keine verlässliche Bundestagsmehrheit mehr, sei falsch. Die rot-grüne Koalition habe auch nach der verlorenen Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen "fest wie eine deutsche Eiche" hinter dem Kanzler gestanden.

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Kritik am „majestätischen Kneifen” Schröders

Dienstag 09.08.2005 21.00 Uhr

09. August 2005 Die CDU hat mit heftiger Kritik auf die Absage von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) für ein TV-Streitgespräch der Spitzenkandidaten der großen Parteien reagiert. „Hier wird deutlich, daß selbst in der SPD niemand mehr mit Schröder rechnet”, sagte CDU-Generalsekretär Volker Kauder am Dienstag. Schröder sei „ein virtueller Spitzenkandidat, der nur noch seine eigene Denkmalpflege betreibt”.

Die SPD hatte zuvor bekanntgegeben, daß an der Runde im ZDF am 25. August von ihrer Seite der Parteivorsitzende Franz Müntefering teilnehmen wird. Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU) hatte dagegen dem Sender eine Zusage gegeben.


Fischer, Stoiber und Westerwelle bestätigt Müntefering soll Schröder vertreten
FDP-Generalsekretär Dirk Niebel bezeichnete das Nein Schröders, an der sogenannten „Elefantenrunde” teilzunehmen, als „majestätisches Kneifen”. Schröder weiche aus, „sobald es im Fernsehen nicht mehr nur um Staatsschauspielerei, sondern um echte Sachpolitik geht und er vor allen anderen Parteien bestehen muß”, sagte Niebel.


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„Ich bezweifle, daß die VW-Affäre vollständig aufgedeckt wird”

Dienstag 09.08.2005 21.00 Uhr

09. August 2005 Volkswagen sucht mit Hochdruck nach einem Nachfolger für Peter Hartz. Der künftige Personalchef sollte unbedingt Berufserfahrung im Ausland gesammelt haben. Dafür plädiert Niedersachsens Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP), der als Vertreter des Landes und Hauptaktionärs im Aufsichtsrat von Volkswagen sitzt. Hirche bezweifelt, daß die Korruptionsaffäre, die den Automobilkonzern seit Ende Juni in Atem hält, vollständig aufgedeckt werden kann.

Herr Hirche, bisher gibt es mit Helmuth Schuster und Klaus-Joachim Gebauer offiziell nur zwei Hauptbeschuldigte in der Korruptionsaffäre bei VW. Haben Sie Hinweise, daß weitere hochrangige Mitarbeiter in den Skandal verstrickt sind?


Im Augenblick gibt es keine solchen Hinweise. Aber bei den laufenden Ermittlungen von Staatsanwaltschaft, interner Revision und KPMG spielt natürlich die Frage eine Rolle, ob es sich um Verfehlungen einzelner Personen handelt oder um ein Beziehungsgeflecht und ob unbekannte Dritte involviert sind. Dies muß mit Nachdruck untersucht werden. Ich erwarte, daß in der nächsten Aufsichtsratssitzung befriedigende Antworten gegeben werden.

Gebauer verbreitet, daß sich nicht nur VW-Betriebsräte, sondern auch SPD-Politiker, darunter sogar ein Bundestags- und ein Landtagsabgeordneter, auf Kosten von Volkswagen mit Prostituierten vergnügt hätten. Stimmt das?


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Jugendliche haben Zukunftsangst

Dienstag 09.08.2005 21.00 Uhr

Jeder Dritte glaubt nicht, daß er einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz bekommt. Der Pessimismus ist bei Hauptschülern am stärksten ausgeprägt
Liegende Jugendliche, nachdem sie bei einer Aktion so getan hatten als ob sie sich um einen Arbeitsplatz schlagen würden

München - Die deutschen Jugendlichen haben Angst um ihre berufliche Zukunft. Wie das Nachrichtenmagazin „Focus“ unter Berufung auf eine Umfrage der Bertelsmann-Stiftung unter knapp 1.000 Jugendlichen berichtete, hat mehr als jeder Dritte zwischen 14 und 20 Jahren erhebliche Zweifel, daß er einen Ausbildungs- oder einen festen Arbeitsplatz bekommt. Fast genauso groß ist die Furcht, später entlassen zu werden.


Als höchste Hürde für den Berufsstart nennen 81 Prozent der jungen Leute ein zu geringes Angebot an Arbeitsplätzen, ungenügende schulische Leistungen dagegen nur 26 Prozent. Der Pessimismus ist bei Hauptschülern dem Bericht zufolge am stärksten ausgeprägt. Zwei Drittel von ihnen beurteilen ihre Zukunftschancen auf dem Arbeitsmarkt eher skeptisch.

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Gedenken an die Opfer des Atombombenabwurfs vor 60 Jahren

Dienstag 09.08.2005 21.00 Uhr

Hiroshima/Hannover - Mit einem Appell zur weltweiten Abschaffung von Atomwaffen haben am Samstag etwa 55 000 Menschen in der westjapanischen Stadt Hiroshima der Opfer des Atombombenabwurfs vor 60 Jahren gedacht. Um 8.15 Uhr Ortszeit, dem Zeitpunkt, als die erste Atombombe über dem Zentrum der Stadt abgeworfen wurde, legten die Bürger unter den Klängen einer Friedensglocke eine Schweigeminute ein.

Den Opfern der durch die Bombe erzeugten Hitzewelle von mindestens 6000 Grad wurde symbolisch Wasser gespendet, während Tauben in den Himmel aufstiegen.

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"Korruption auf höchster Ebene"

Freitag 05.08.2005 00.00 Uhr

Ankläger fordern für Ex-Staatssekretär Pfahls zwei Jahre und drei Monate Haft wegen Vorteilsannahme und Steuerhinterziehung

Augsburg/Berlin - Bei Altkanzler Helmut Kohls Zeugenvisite schien er noch aufgeregt; beim Plädoyer der Staatsanwaltschaft dagegen eher gelassen. Kein Wunder, Ex-Staatssekretär Ludwig-Holger Pfahls wußte genau, was im Saal 101 des Augsburger Landgerichts auf ihn zukommen würde: Zwei Jahre und drei Monate Gefängnis, beantragt von Staatsanwalt Christoph Wiesner, der - ebenfalls kaum überraschend - auf den Anklagevorwurf "Bestechlichkeit" verzichtete. "Wir sprechen hier aber nicht von peanuts", sagte Wiesner, "es handelt sich um Korruption auf höchster Ebene."


Die Bewertung der Taten war eine Gratwanderung zwischen der ursprünglich vorgeworfenen "Bestechlichkeit" und der nunmehr zu verurteilenden "Vorteilsannahme". Wiesner sprach von wertvollen Informationen, die aus dem Verteidigungsministerium preisgegeben worden seien und so Anfang der neunziger Jahre drei Rüstungsgeschäfte des Thyssen-Konzerns intensiv gefördert hätten

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Die Korruption war nur Tarnung

Freitag 05.08.2005 00.00 Uhr

Der ehemalige Rüstungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls auf der Anklagebank.

Sind die Saudis dumm? Diese Frage stellt sich am Ende des Augsburger Prozesses gegen den ehemaligen Staatssekretär Holger Pfahls. Warum ließen sie Pfahls über den Rüstungslobbyisten Karlheinz Schreiber zwei Millionen Euro zukommen, wenn dieser gar keinen Einfluss auf die von den Saudis gewünschte Lieferung von Fuchs-Spürpanzern hat? Warum ließen die Saudis einen Pfahls bestechen, wenn doch der Kanzler Helmut Kohl schon fest entschlossen war, das Geschäft durchzuführen - wie er vor Gericht betonte? Die Aussage Kohls jedenfalls ist glaubwürdig und deckt sich mit den Einlassungen anderer Zeugen.


Demnach hätten die USA nach dem irakischen Überfall auf Kuwait von Deutschland ein Zeichen der Solidarität mit den arabischen Nachbarn gefordert, dem sich die Bundesregierung nicht verweigern konnte. Auffällig ist auch, dass die Saudis insgesamt 446 Millionen Mark für 36 Fahrzeuge investierten, die nach Angaben von Pfahls nur einen Wert von 30 Millionen Mark hatten. Bisher dachte man, die Saudis wollten die Spürpanzer um jeden Preis erwerben. Nach dem Pfahls-Prozess entsteht aber eher der Verdacht: Hier wurde künstlich viel Geld in ein Geschäft gepumpt, damit Einzelne irregulär daran verdienen können.

Diese Einzelnen waren zwar auch Schreiber und Pfahls, aber nicht zuletzt die Auftraggeber aus Saudi-Arabien selbst. Denn nach Informationen der Süddeutschen Zeitung floss ein Teil der Schmiergelder, die offiziell als „Wartungskosten“ deklariert waren, wieder in die Taschen saudischer Prinzen zurück.


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Korruption: "Teil eines ausgeklügelten Systems"

Freitag 05.08.2005 00.00 Uhr

Ärzte selten wegen Bestechlichkeit verurteilt / Häufig akzeptieren sie aber Geldbußen

Lüneburg (epd). Korruption ist nach Erfahrungen von Polizei und Staatsanwaltschaft im deutschen Gesundheitswesen keine Ausnahme, sondern Teil eines ausgeklügelten Systems. Zu Verurteilungen vor Gericht kommt es dennoch selten.
Das von der Pharmafirma empfohlene Medikament wollte der Arzt nur verordnen, wenn das Unternehmen ihm dafür einen Fahrradhelm spendieren würde. Dieser vergleichsweise bescheidene Wunsch des Mediziners war noch der harmloseste, den der Münchener Kriminalhauptkommissar Helmut Wölfel am 2.August auf dem 6. Lüneburger Sicherheitsforum vorstellte. Meist ging es bei den rund 7.000 Ermittlungsverfahren gegen Ärzte und Pharma-Angestellte, an denen Wölfel bislang mitgearbeitet hat, um bares Geld.


Wölfel präsentierte in der Lüneburger Universität Zahlungsanweisungen von Pharmafirmen an Ärzte in vierstelliger Höhe als Gegenleistung für das Verschreiben ihres Medikaments. Er berichtete von vermeintlichen Fortbildungsveranstaltungen durch Pharmafirmen, für die es zwei Programme gab: Das waren ein offizielles mit medizinischen Fachvorträgen, das so nicht stattfand, und ein inoffizielles mit attraktivem Rahmenprogramm - der eigentliche Grund für die Einladung.

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Justizministerium ermittelt

Freitag 05.08.2005 00.00 Uhr

US-Ermittlungen gegen DaimlerChrysler Der Autobauer DaimlerChrysler ist ins Visier des US-Justizministeriums geraten. Die Behörde prüft den Vorwurf der Korruption. Es gehe um die Zahlung von Schmiergeldern von Mercedes in einem Dutzend Ländern. Ein Sprecher des Autobauers sagte, die Ermittlungen seien bereits im Sommer 2004 aufgenommen worden.

Der Konzern habe den US-Behörden die Ergebnisse der internen Untersuchungen zukommen lassen. Man arbeite mit dem US-Justizministerium und der Wertpapieraufsicht SEC zusammen.

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Datenanbieter gegen Korruption startet in Deutschland

Freitag 05.08.2005 00.00 Uhr

Der US-Datenbankanbieter World-Compliance startet in Deutschland. Erster Kunde sei das M-Dax-Unternehmen MPC Capital, der größte unabhängige Anbieter geschlossener Fonds im Land, sagte World-Compliance-Präsident Dirk Mohrmann dem Handelsblatt.
HB MIAMI. Das Unternehmen aus Miami bedient bereits Banken, Versicherer, Investmenthäuser und Kanzleien in knapp 100 Staaten mit Informationen über Personen und Unternehmen, die wegen Korruption, Geldwäsche oder Terrorismus auffällig geworden sind.


"Heute kann das Fehlen eines Schutzschildes gegen Geschäftsbeziehungen mit Personen, die im Zusammenhang mit Straftaten stehen, den Vorwurf der Beihilfe sowie einen hohen dramatischen Image-und finanziellen Schaden bedeuten“, sagte Mohrmann. So steigt der Druck auf Unternehmen, wirksame Maßnahmen gegen Geldwäsche einzuführen.

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Bundeskanzler ernennt Mitglieder der Mitbestimmungskommission - einseitig zu Gunsten der Arbeitgeber

Freitag 05.08.2005 00.00 Uhr

Bundeskanzler ernennt Mitglieder der Mitbestimmungskommission

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat heute die Mitglieder der Kommission zur Modernisierung der deutschen Unternehmensmitbestimmung ernannt. Der ehemalige Ministerpräsident Prof. Dr. Kurt Biedenkopf übernimmt den Vorsitz.

Die Mitbestimmung im Unternehmen ist ein Kernbestandteil der Sozialen Marktwirtschaft und der deutschen Unternehmenskultur. Sie steht nicht nur aufgrund der europäischen Entwicklungen vor erheblichen Herausforderungen. Auftrag der Kommission ist es daher, ausgehend vom geltenden Recht Vorschläge für eine moderne und europataugliche Weiterentwicklung der deutschen Unternehmensmitbestimmung zu unterbreiten.


Die Kommission wird die Mitbestimmungsregelungen im europäischen Raum analysieren. Auf dieser Grundlage wird sie die Stärken und Schwächen der deutschen Unternehmensmitbestimmung, insbesondere vor dem Hintergrund europäischer und globaler Anforderungen, bewerten. Diese Bewertung und die Erarbeitung praxisorientierter Reformansätze werden in einen Bericht der Kommission münden. Der Bericht soll spätestens bis zum 1. September 2006 vorliegen.

Prof. Dr. Kurt Biedenkopf Ministerpräsident a.D.,
Vorsitzender der Kommission Prof. Dr. Wolfgang Streeck Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung
Prof. Dr. Hellmut Wißmann Präsident des Bundesarbeitsgerichts a.D.
Dr. Dieter HundtPräsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände
Jürgen Thumann Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie
Dr. Manfred Gentz Ehemaliges Vorstandsmitglied der DaimlerChrysler AG
Michael Sommer Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes
Jürgen Peters Erster Vorsitzender der Industriegewerkschaft Metall
Günter Reppin Gesamtbetriebsratsvorsitzender der RWE Power AG


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