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Politkowskaja-Prozess, Russische Justiz
Donnerstag 27.11..2008 01.30 Uhr
Die Strenge der russischen Gesetze wird ausgeglichen durch ihre eher unverbindliche Einhaltung, lautet ein Befund des russischen Schriftstellers Saltykow-Schtschedrin, der nach hundertfünfzig Jahren nichts von seiner Frische verloren hat.
Bei der Gerichtsverhandlung im Fall der vor zwei Jahren ermordeten Journalistin Anna Politkowskaja fehlt der Hauptverdächtige, Rustam Machmudow, der sich heute in einem europäischen Land aufhalten soll. Dass die Ermittler Machmudows Namen vor einem halben Jahr öffentlich nannten, halten Kollegen von Anna Politkowskaja für eine gezielte Indiskretion, die dem mutmaßlichen Ausführenden der Bluttat die Möglichkeit geben sollte, sich in Sicherheit zu bringen.
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Warum die Touristen Thailand verzeihen werden
Donnerstag 27.11..2008 01.30 Uhr
Im Reiseland Thailand herrscht politisches Chaos. Das Auswärtige Amt rät deshalb, größere Menschenansammlungen und den Flughafen von Bangkok dringend zu meiden. WELT ONLINE erklärt, auf was Besucher jetzt noch achten müssen. Und warum Reisefachleute glauben, dass Deutsche weiterhin nach Thailand reisen werden.
Das Chaos auf dem von Demonstranten besetzten Flughafen Bangkok dürfte nach Ansicht von Experten das Bild von Thailand als Reiseziel nicht langfristig beschädigen.
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Der neue Sozialismus
Montag 03.10.2005 17.30 Uhr
Erst Yukos, jetzt Sibneft: Die russische Regierung will die Ölkonzerne unter ihre Kontrolle bringen. Dann kann sie den Nachbarstaaten die Preise diktieren
Es ist der größte Geschäftskredit der nachsowjetischen Wirtschaftsgeschichte. Er dient einem verwegenen Projekt. Mit dem geliehenen Geld will die russische Führung eine Art staatseigene Mini-Opec aufbauen: 12 Milliarden Dollar sollen westliche Banken, unter ihnen auch Dresdner Kleinwort Wasserstein, dem staatlichen Energiekoloss Gasprom leihen, damit dieser eine Dreiviertelmehrheit der privaten Ölfirma Sibneft kaufen kann.
Präsident Wladimir Putin hat im Sommer mit dem Understatement des Entscheidungsmonopolisten dem »Privatgeschäft« der Firmen seinen Segen erteilt. Bereits heute kontrolliert der Staat nach einer Analyse der russischen Alfa-Bank 24 Prozent der russischen Ölproduktion, nachdem sich das Staatsunternehmen Rosneft aus der Versteigerungsmasse des zerschlagenen Yukos-Konzerns bedienen durfte. Dank Sibneft kommen weitere 15 Prozent hinzu.
Auch der russische Gasmarkt untersteht dem Kommando des Staates, der die Preise kontrolliert, um die Volksstimmung hoch und die Inflation niedrig zu halten. Gasprom, dessen Finanzabteilung bereits Präsident Boris Jelzin als Selbstbedienungsladen erschien, muss schon mal unbotmäßige Fernsehsender wie NTW oder strategische Zeitungen wie Iswestija für die bevorstehenden Wahlkämpfe in seine ökonomisch fragwürdige, dem Kreml ergebene Unterabteilung Gasprom-Media einkaufen. Seit Jahren versichern Firmensprecher so treuherzig wie ohne Folgen, das branchenfremde Geschäft gar bald abzustoßen.
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Aus für letzte unabhängige Zeitung in Weißrussland
Donnerstag 29.09.2005 23.45 Uhr
In Minsk ist die letzte unabhängige Tageszeitung Pleite gegangen. Zuvor hatte ein Gericht eine Geldstrafe von 100 Millionen weißrussischen Rubel verhängt - wegen Beleidigung des Präsidenten.
In Weißrussland hat die letzte vom Staat unabhängige Tageszeitung ihr Erscheinen einstellen müssen. Die in der Hauptstadt Minsk herausgegebene Zeitung «Narodnaja Wolja» (Volkswille) ging nach eigenen Angaben vom Dienstag Pleite, nachdem auf richterliche Anweisung 100 Millionen weißrussische Rubel (knapp 40.000 Euro) von einem Verlagskonto eingezogen worden waren.
Ein Gericht hatte zuvor die Zeitung wegen angeblicher Beleidigung des Staatspräsidenten Alexander Lukaschenko zu der Strafe verurtei
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Weltbank begrüsst Rückgabe der Abacha-Gelder
Mittwoch 28.09.2005 22.45 Uhr
Die Transaktion der Schweizer Banken ist laut Weltbank ein wichtiger Präzedenzfall. Es gibt aber auch Kritik an der Langsamkeit des Verfahrens.
Die Schweiz hat Nigeria weitere 290 Mio. Franken von dem Geld überwiesen, das der frühere Diktator Sani Abacha dem westafrikanischen Land gestohlen hatte.
"Diese Zahlungen senden die Botschaft, dass es keine sicheren Häfen für gestohlene Gelder gibt. Sie sind ein Meilenstein im Kampf gegen die Korruption", sagte Weltbank-Präsident Paul Wolfowitz am Dienstag in Washington. Er hoffe, dass der Schweizer Schritt anderen Staaten als gutes Beispiel diene.
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Farbige Ukraine: Wenn aus Freunden Feinde werden
Montag 19.09.2005 01.00 Uhr
André Ballin, Moskau. Sie galten als Traumpaar in Orange: Julia Timoschenko und Viktor Juschtschenko. Doch sie wurden nicht grün miteinander und so endete die Beziehung mit einer schmutzigbraunen Schlammschlacht.
Bekanntlich ist ja in Bananenrepubliken die Korruption besonders hoch. Doch in orangenen Republiken scheint es nicht besser zu sein, wenn die Vorwürfe der beiden verfeindeten Lager Timoschenkos und Juschtschenkos stimmen.
Juschtschenko von Dunkelmännern umgeben?
Der Ex-Geheimdienstchef Turtschinow holte jedenfalls zum Rundumschlag gegen Juschtschenkos Umgebung aus. Erpressung, Betrug, Korruption und Amtsmissbrauch warf er engen Vertrauten des Präsidenten vor. Diese hätten ein dunkles Verbrecher-Netzwerk aufgebaut, behauptete er.
Turtschinow schwärzte auch Juschtschenko selbst an. Der habe den Sicherheitsorganen die Anweisung gegeben, die Verfehlungen seiner Leute zu vertuschen, erzählte Turtschinow im ukrainischen Fernsehen, um dann noch einen Tiefschlag anzusetzen: Dass die grüne Gesichtsfarbe Juschtschenkos tatsächlich auf eine Vergiftung zurück zu führen ist, wie er selbst behauptet, sei unwahrscheinlich. Denjenigen, die das genauer untersuchen wollten, habe Juschtschenko jedenfalls die rote Karte gezeigt.
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Ukrainischer Ex-Sicherheitsratssekretär spricht von einer Verschwörung zur Destabilisierung der Situation im Lande
Montag 19.09.2005 01.00 Uhr
KIEW‚ 15. September (RIA Nowosti). Der ehemalige Sekretär des Rates für nationale Sicherheit und Verteidigung der Ukraine, Pjotr Poroschenko, ist der Meinung, dass die Äußerungen des Ex-Chefs des Sicherheitsdienstes, Alexander Turtschinow, das Bestehen einer Verschwörung ehemaliger ranghoher Amtspersonen mit dem Ziel, die politische Situation in der Ukraine zu destabilisieren, bestätigen.
"Die Prognosen hinsichtlich des Versuches, ein Szenario zur Destabilisierung der politischen Situation in der Ukraine für eine verfassungswidrige Machtergreifung umzusetzen, haben sich bestätigt", wird in einer Erklärung von Poroschenko unterstrichen, die der Agentur "Nowosti-Ukraina" zugegangen ist.
Turtschinow hatte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz eine Reihe von Beamten, darunter auch Poroschenko selbst, einer Verwicklung in Korruption beschuldigt.
Nach Ansicht von Poroschenko wurde am 5. September, als Staatssekretär Alexander Sintschenko erstmals eine Reihe von Personen in der Umgebung von Juschtschenko beschuldigte, "mit der Umsetzung der ersten Etappe des Plans begonnen, dem Erpressung, Lügen und Zynismus zugrunde lagen. Zweifellos hatte ein Kreis von Personen innerhalb von mehreren Monaten diesen Plan sorgfältig vorbereitet. Aber es kam zu einem Fehlstart."
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Ukrainische Generalstaatsanwaltschaft wird vom Ex-Staatssekretär vorgelegte Angaben über Korruption in obersten Machtetagen prüfen
Sonntag 11.09.2005 16.00 Uhr
KIEW‚ 9. September (RIA Nowosti). In der Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine wurde eine interdisiplinäre Gruppe zur Prüfung der vom ehemaligen Staatssekretär der Ukraine, Alexander Sintschenko, vorgelegten Angaben über die Korruption in den obersten Machtetagen gebildet.
Das teilte der Generalstaatsanwalt der Ukraine, Swjatoslaw Piskun, am Freitag auf einer Pressekonferenz in Kiew mit, berichtet die Agentur "Nowosti-Ukraina".
Alexander Sintschenko hatte am Donnerstag dem Sicherheitsdienst und der Generalstaatsanwaltschaft Beweise für die Korruption in den obersten Machtetagen übergeben. Laut Sintschenkos Sprecherin Olesja Boschko handelt es sich um Kopien von Dokumenten, die Fakten nachweisen, welche vom Ex-Staatssekretär am Montag auf einer Pressekonferenz publik gemacht wurden.
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Armut wegen Entwicklungshilfe und Korruption?
>Sonntag 11.09.2005 16.00 Uhr
Im Vorfeld des UNO-Gipfels wird grundsätzlicher über Nord-Süd-Fragen debattiert. Dabei wird der Nutzen staatlicher Entwicklungszusammenarbeit in Afrika auch unter christlichen Gesichtspunkten in Frage gestellt, so von Heiner Henny . Markus Meury von der Kampagne StopArmut 2015 entgegnet Henny; er legt die Notwendigkeit und den Sinn staatlicher Entwicklungshilfe dar.
In mehreren Artikeln im idea Spektrum (28/05 und 32/05) – und auch im Nachrichtenmagazin „Spiegel“ – wurde das Bild vermittelt, als sei die Armut hauptsächlich darin begründet, dass die staatliche Entwicklungshilfe korrupte Herrscher an der Macht halte und dass die Länder auf Grund ihrer Korruption arm seien. Alle weiteren Gründe für die Armut (ausser dem Handelsprotektionismus der Industrieländer) wurden schlicht ignoriert.
Hier sei eine Klarstellung versucht. Es geht um die zwei zentralen Aussagen „Entwicklungshilfe hält nur die korrupten Herrscher an der Macht und hindert die Entwicklung” und „Schuldenerlass bringt den Armen nichts“. Andere Ursachen für Armut müssen miteinbezogen werden.
“Entwicklungshilfe hält nur die korrupten Herrscher an der Macht und hindert die Entwicklung”
1) Es wird suggeriert, dass staatliche Entwicklungshilfe meist einfach in die Regierungskassen der südlichen Länder fliesst. Das ist falsch. Die Schweizer Entwicklungshilfe zum Beispiel finanziert gerade grossmehrheitlich nichtstaatliche Projekte “von unten”, wie im Artikel als Alternative angegeben wird.
2) Es wird das unkorrekte Bild vermittelt, alle Regierungen der südlichen Länder seien heillos korrupt. Dies ist schlicht falsch. Natürlich herrscht zum Teil Korruption, aber der Artikel lässt glauben, dass sämtliches Geld der Entwicklungshilfe falsch verwendet wird. Was würde sonst aus den staatlichen Schulen, den Spitälern und allen anderen Einrichtungen?
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Aus dem Bezirksgericht Zürich: Tätlichkeiten in der Polizeihauptwache
Montag 29.08.2005 16.00 Uhr
Nach sechs Jahren noch immer kein rechtskräftiges Urteil
Der Vorfall hat sich vor sechs Jahren ereignet, und noch immer herrscht Uneinigkeit darüber, ob ein Stadtpolizist in der Zürcher Hauptwache Urania unverhältnismässig oder korrekt vorgegangen ist. Ein damals 21-jähriger Amerikaner hatte einen doppelten Kieferbruch erlitten: entweder in der Hauptwache oder beim vorausgegangenen Streit im Niederdorf. In der jüngsten, gestrigen Runde vor Bezirksgericht fiel kein Entscheid.
brh. In der Nacht auf den 7. September 1999 haben ein Fernsehjournalist und sein Kameramann eine Patrouille der Stadtpolizei Zürich bei einem nächtlichen Rundgang durchs Niederdorf begleitet; die Reportage wurde ausgestrahlt, den Sender gab es nach wenigen Monaten nicht mehr. Die Journalisten waren anwesend, als es in jener Nacht zu zwei Auseinandersetzungen kam, mit denen sich die Zürcher Gerichte heute noch beschäftigen, sechs Jahre nach dem Vorfall. Einem Stadtpolizisten wird Amtsmissbrauch, unterlassene Nothilfe und einfache Körperverletzung vorgeworfen. Geschädigter ist ein damals 21-jähriger amerikanischer Tourist, der einen doppelten Kieferbruch erlitt: je nach Darstellung bei der Auseinandersetzung mit einem Hotelportier im Niederdorf oder anschliessend in der Polizeihauptwache Urania - durch den Angeklagten
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Korruption in Russland auf dem Vormarsch: Alles nur eine Frage des Geldes?
Montag 29.08.2005 16.00 Uhr
Laut einem Bericht der russischen Stiftung Informatik für Demokratie, INDEM, ist die Summe der Schmiergelder in Russland seit 2001 um das Vierfache gestiegen. Fokus Ost-Südost mit Beispielen aus verschiedenen Regionen.
DW-RADIO sprach mit dem Leiter der russischen Stiftung INDEM, Georgij Satarow.
DW-RADIO/Russisch: Herr Satarow, russische Beamte stecken dem Bericht ihrer Stiftung zufolge jährlich Schmiergelder in Höhe von mehr als 300 Milliarden Dollar ein. Das ist mehr Geld, als der Staatshaushalt Russlands aufweist. Was sind die schlimmsten Beispiele für Korruption in der russischen Geschäftswelt?
Georgij Satarow: Bei der Korruption gibt es mindestens zwei Seiten - derjenige, der gibt, und derjenige, der nimmt. Eines der schlimmsten Beispiele für Korruption ist ein Schmuggelfall, der vom russischen Geheimdienst gedeckt wurde. Das Ausmaß des Schmuggels erreichte jährlich Hunderte von Waggons mit gefälschter Markenware aus China, was dem Staatshaushalt Schaden in Milliardenhöhe verursachte. Es gibt viele solcher Beispiele.
Was sind die typischsten Fälle von Korruption?
Das sind zweifelsohne die Kontrollen. Etwa 40 Prozent aller Korruptionsfälle entfallen auf nichtfiskalische Kontrollorgane, wie die Brandschutz-Inspektion und das Gesundheitsamt, die systematisch ihr Geschäft im ganzen Land entfalten und kleine und mittlere Unternehmer unter Druck setzen. Ein nicht weniger schwerwiegendes Problem vor allem für Kleinunternehmer sind die Gewerbeflächen und die Miet- und Eigentumsverhältnisse. Es gibt keinen normalen Immobilienmarkt, aber eine gewaltige Korruption. Tatsächlich wird nur ein geringer Anteil offiziell gezahlt, das meiste fließt über Korruption schwarz in die Taschen.
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Wider die akademische Korruption
Montag 29.08.2005 16.00 Uhr
Könne die akademische Korruption in China nicht eingedämmt werden, würden die wissenschaftliche und technologische Entwicklung des Landes um 20 Jahre verzögert, warnt der weltberühmte Mathematiker Yau Shing Tung.
Yau kritisierte in einem Interview mit einer Beijinger Zeitung den weit verbreiteten Diebstahl geistigen Eigentums unter chinesischen Akademikern. Yau ist der einzige chinesisch amerikanische Gewinner der Field Medal.
Es sei entscheidend, die Qualität der wissenschaftlichen Forschung und die akademische Ethik in China zu verbessern, sagt Yau.
Yau ist Professor an der Harvard Universität. Er hat viele Kontakte mit chinesischen Studenten und Wissenschaftlern und beobachtet die Ausbildung von Mathematikern in China genau.
Yau meint, dass einige Abschlussarbeiten von Mitgliedern der chinesischen Akademie der Wissenschaften noch nicht einmal auf dem Niveau von Arbeiten von Harvard Studenten vor ihrem Abschluss sind.
Viele Professoren an chinesischen Universitäten loben die Quantität einer Arbeit aber beachten nicht ihren Forschungswert. Sie halten sogar talentierte Studenten von unabhängiger Forschung ab, indem sie sie zum Schreiben ihrer eigenen Artikel heranziehen, sagt Yau. Durchbrüche und Kreativität führen außerdem oft zu Neid und Benachteiligungen.
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Im ersten Halbjahr 2005 über 5 000 Beamte bei Annahme von Bestechungsgeld ertappt
Montag 29.08.2005 16.00 Uhr
MOSKAU, 23. August (RIA Nowosti). Im ersten Halbjahr 2005 seien in Russland über 5 000 Beamte wegen passiver Bestechung festgenommen worden, teilte Sergej Meschtscherjakow, Leiter des Departements für Wirtschaftssicherheit im Innenministerium der Russischen Föderation, am Dienstag bei einem Briefing mit.
"Im selben Zeitraum wurden 3 500 Straffälle vor Gericht gebracht", sagte Meschtscherjakow. Weitere 2 500 Beamte seien wegen Erpressung festgehalten worden.
Meschtscherjakow verwies darauf, dass gerade mit der Korruption des Beamtenapparates die meisten Verbrechen im Bereich der kriminellen Neuaufteilung des Eigentums zusammenhingen.
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14 Polen wegen Korruption angegeklagt
Montag 29.08.2005 16.00 Uhr
Sollen Schmiergelder in Höhe von 250.000 Dollar angenommen haben - Armee-Angehörigen drohen bis zu zwölf Jahre Haft
Warschau - 14 Offiziere und Zivilisten sind wegen Korruption im Irak von der polnischen Militäranwaltschaft angeklagt worden. Die Angeklagten sollen sechs Monate lang Schmiergelder in Höhe von insgesamt 250.000 Dollar (204.365 Euro) angenommen haben. Die Militäranwaltschaft sandte am gestrigen Dienstag die Klage ans Gericht.
Hohe Haftstrafen drohen
Das polnische Verteidigungsministerium berichtete, dass sich unter den Angeklagten neun Offiziere von hohem Rang und fünf zivile Armeemitarbeiter - Dolmetscher und Experten - befinden. Ihnen droht eine Haftstrafe bis zu zwölf Jahren und im Falle von Militärpersonen eine Degradierung.
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Chinas massive Goldnachfrage treibt Preise und Aktienkurse an Peking
Dienstag 09.08.2005 21.00 Uhr
Die steigende chinesische Nachfrage nach Ketten, Armbändern und Ringen aus Gold wird den Preis für das Edelmetall in den nächsten fünf Jahren hoch treiben. Davon dürften auch die Aktien der Goldproduzenten, darunter Newmont Mining und Anglo Gold Ashanti profitieren.
Bis 2010 wird der Goldpreis von derzeit 437 auf 725 Dollar je Unze steigen, prognostiziert Graham Birch, Fondsmanager bei Merrill Lynch. Seiner Meinung nach wird China an Indien vorbei zum weltgrößten Goldabnehmer aufsteigen. Wenn der Goldpreis noch fünf Prozent steigt, hat er das 16-Jahres-Hoch von 456,89 Dollar vom Dezember wieder erreicht. Im ersten Quartal ist die chinesische Schmucknachfrage 13 Prozent gestiegen, von Investorenseite war der Goldbedarf sogar 36 Prozent höher, berichtet das World Gold Council, dem die Goldproduzenten angeschlossen sind. In den städtischen Regionen der Volkrepublik China haben die Einkommen im ersten Halbjahr 9,5 Prozent zugelegt, der Trend dürfte bis zum Ende des Jahrzehnts anhalten.
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Haftbefehl gegen Ex-Präsidenten
Freitag 05.08.2005 00.00 Uhr
03. Aug. 2005
Mit der Ausstellung eines Haftbefehles gegen den Ex-Präsidenten
Guatemalas, Alfonso Portillo, steigt die Aussicht, ihn in Guatemala
wegen Amtsmissbrauch, Geldwäsche und Steuerhinterziehung vor
Gericht zu stellen. Portillo hält sich in Mexiko auf, weswegen der
Haftbefehl mit einem Auslieferungsbegehren verknüpft
ist.
Die Nachrichtenagentur Cerigua berichtet, dass
unter der Präsidentschaft Portillos beispielsweise 906 Millionen
Quetzales (ca. 150 Milionen Dollar) aus den Kassen des
Verteidigungsministeriums an die Nationale Kreditanstalt umgeleitet
worden seien. Außerdem habe sich Portillo 1,5 Millionen Quetzales
angeeignet, die von der taiwanesischen Regierung für
Bildungsprojekte gespendet worden sind. Schließlich habe er
illegale Konten in Panama eingerichtet, auf dem möglicherweise
Staatsgelder deponiert wurden.
Der amtierende Präsident, Oscar Berger, nannte den Haftbefehl
"historisch", da es der erste gegen einen Ex-Präsidenten
sei.
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Regierung will Jugend vor Korruption
schützen
Dienstag 02.08.2005 12.30 Uhr
Im Rahmen der laufenden nationalen
Anti-Korruptions-Kampagne plant China mit der Einführung eines
neuen Unterrichtsfaches das Bewusstsein der jüngeren Generation für
Korruption zu schärfen, heißt es in der Oriental Outlook
Weekly.
Die Kampagne, die eine Initiative des chinesischen
Bildungsministeriums (MOE) ist, wird in der zweiten Jahreshälfte
2005 in mehreren Großstädten und Provinzen stattfinden, und andere
auch in Beijing, Shanghai, Tianjin, Zhejiang, Hubei und
Shaanxi.
Im Juli hat auch bereits das Zentralkomitee der
Kommunistischen Jugendliga in China ein Rundschreiben für eine
ähnliche landesweite Kampagne herausgegeben.
Dieses Vorgehen erinnert an den Slogan Deng Xiaopings "Bei den
Kindern anfangen". Damals ging es um die Entwicklung des Fußballs
in China.
Das neue Bildungsprogramm will die Jugend vor dem "bösen Einfluss"
bestimmter Vorstellungen von Korruption und vor den Phänomenen des
Westens schützen, heißt es in einem Schreiben des
Bildungsministeriums. Für die Schüler aller Stufen müsse es heute
oberste Priorität sein, sich den Grundsatz der Anti-Korruption zu
verinnerlichen und gegen die Korruption anzukämpfen.
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Zentralbank-Skandal in Italien - Im
Fadenkreuz der Fahnder
Sonntag 31.07.2005 11.00 Uhr
Seit Monaten tobt in Italien der Banken-Poker um
Antonveneta. Lokale Finanzmatadore schmiedeten einen
„Heimat-Pakt“, schalteten ABN Amro aus. Führte
Notenbank-Chef Fazio Regie – und beging Amtsmissbrauch? Nun
handeln die Staatsanwälte.
„Tonino, am liebsten würde ich Dich auf die
Stirn küssen. Glaub mir, ich weiß, wie viel Du gelitten hast! Wenn
ich könnte, würde ich jetzt den Flieger nehmen, und zu Dir
kommen.“ Folgenreiche Sätze. Denn der ‚Tonino’,
von dem hier die Rede ist, ist nicht irgendein Antonio. Vielmehr
handelt es sich um Antonio Fazio, dem Präsidenten der italienischen
Notenbank. Und der ihm wohl gesonnene Anrufer ist nicht etwa ein
besonders aufmerksames Familienmitglied, das ihm zum Geburtstag
gratuliert – sondern Gianpiero Fiorani, Chef jener Banca
Popolare Italiana (BPI), welche seit Monaten um die Kontrolle des
Paduaner Bankenjuwels Antonveneta ringt. Mit allen
Mitteln.
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Korrupon ist Haupt-Hindernis für
Wiederaufbau
Sonntag 31.07.2005 11.00 Uhr
London - Korruption im Bausektor ist laut
Transparency International (TI) eines der grössten Hindernisse für
den Wiederaufbau im Irak oder in den von der Tsunami-Katastrophe
betroffenen Ländern. Dieses Fazit zog die Organisation in
London.
Der aktuelle Skandal um das
Öl-für-Lebensmittel-Programm der UNO zeige, wie dringend notwendig
transparente und offene Ausschreibungsverfahren seien, sagte der
TI-Vorsitzende Peter Eigen bei der Vorstellung des Jahresberichts
Global Corruption Report 2005. Ein grosser Teil der erwarteten
Gelder für den Wiederaufbau im Irak sei noch nicht ausgegeben
worden. Wenn jetzt nicht die notwendigen Massnahmen getroffen
werden, droht der Irak zum grössten Korruptionsskandal aller Zeiten
zu werden, heisst es in dem Bericht der internationalen
nichtstaatlichen Organisation.
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Amtsenthebungsverfahren gegen
Präsidentin Arroyo beantragt
Dienstag 26.07.2005 11.00 Uhr
Singapur - Die philippinische Opposition hat
gestern im Parlament ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihre
Präsidentin beantragt. Der Schritt kommt nicht überraschend. Die
Krise um Gloria Macapagal Arroyo begann schon vor drei Monaten.
Zehntausende sind bereits gegen sie auf die Straße gegangen, zwölf
Minister und Regierungsbeamte traten zurück - nur Arroyo selbst
hält bisher verbissen an ihrem Amt fest. Die Opposition hat den
Zeitpunkt bewußt gewählt, denn gestern hielt die Präsidentin ihre
jährliche Fernsehansprache zur Lage der Nation.
In dieser 20minütigen Rede forderte Gloria Arroyo
eine Regierungsreform. Das Land solle sich von dem Präsidialsystem
nach US-amerikanischem Muster verabschieden und statt dessen in
eine parlamentarische Demokratie verwandeln. Damit soll verhindert
werden, daß sich Regierung und Parlament weiterhin bei dringend
notwendigen Reformvorhaben gegenseitig blockieren.
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Der Grad der Korruption in der
Wirtschaft merklich angestiegen
Donnerstag 21.07.2005 11.00 Uhr
MOSKAU, 20. Juli (RIA Nowosti). In den letzten
vier Jahren hat sich die Korruption in der Wirtschaft ungemein
verstärkt, während der Markt der "Alltags-Korruption" sich
stabilisiert hat, erklärte der Präsident des Fonds INDEM
(Information für Demokratie), Georgi Satarow, am Mittwoch vor
Journalisten.
Er führte aus, dass Umfragen unter Tausend
Unternehmern davon zeugen, dass das Volumen der Korruption in der
Geschäftswelt in Zahlen ausgedrückt ein Wachstum von 33,5
Milliarden US-Dollar im Jahre 2001 auf fast 316 Milliarden
US-Dollar im Jahre 2005 aufweist, also eine Steigerung auf fast das
11-fache. Der Umfang der Geschäftskorruption übertraf die
Haushaltseinnahmen der Föderation damit auf das
2,66-fache.
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Ukraine: Verkehrspolizei
aufgelöst
Donnerstag 21.07.2005 11.00 Uhr
Wegen Korruption muss Beamtenstab neu geordnet
werden Kiew - Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko hat am
Mittwoch wie angekündigt die Verkehrspolizei seines Landes
aufgelöst.
In seiner ersten Ankündigung am Montag hatte
Juschtschenko die in der Einheit weit verbreitete Korruption
kritisiert und erklärt, die Verkehrspolizei habe ihre
Glaubwürdigkeit verspielt.
Die Verkehrspolizei ist in der Ukraine dafür berüchtigt,
Autofahrern selbst bei geringfügigen Vergehen hohe Summen
abzunehmen und sie in die eigene Tasche zu stecken.
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Finanzskandal:
Montag 18.07.2005 23.45 Uhr
In Anklageschrift raffiniertes Netzwerk
aufgedeckt Auf 260 Seiten hat Staatsanwalt Wilfried Siegele einen
der größten Korruptionsskandale der 2. Republik minutiös
aufbereitet.
Im Zentrum der Anklageschrift rund um den Tiroler Finanzskandal
steht ein raffiniert gesponnenes Netzwerk von gegenseitigen
Abhängigkeiten.
Resultat dieser gegenseitigen Gefälligkeiten sind
Steuerhinterziehungen von insgesamt 20 Millionen Euro. Resultat ist
auch die Anklage von 31 Personen, elf davon sind Finanzbeamte,
denen Amtsmissbrauch vorgeworfen wird.
Angesichts der Schadenssumme droht allein den Finanzbeamten im
Falle eines Schuldspruches wegen Amtsmissbrauchs bis zu zehn Jahre
Haft.
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«Warnschuss» gegen Liberale in
Russland
Freitag 15.07.2005 10.00 Uhr
Nach Yukos-Chef Michail Chodorkowski hat der
russische Präsident Putin einen weiteren Gegner ins Visier
genommen: Michail Kasjanow. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen
ihn wegen Amtsmissbrauch und Betrug.
Kasjanow war unter Putin Regierungschef gewesen - der Präsident
entliess ihn im Februar vergangenen Jahres - und könnte für die
Präsidentenwahlen von 2008 als Kandidat antreten.
Grundstück unterbewertet? Das Ermittlungsverfahren
wurde auf Antrag des Duma-Abgeordneten Alexander Chinschtejn von
der Kreml-treuen Fraktion «Geeintes Russland» lanciert. Ein
Journalist aus dem Massenblatt «MK», der mit seinen Artikeln
regelmässig Skandale hervorruft und dem enge Kontakte zum
Geheimdienst FSB nachgesagt werden, beschuldigte Kasjanow, ein
grösseres Grundstück in einer Elitensiedlung bei Moskau für
insgesamt eine Million Dollar privatisiert zu haben, während dessen
Marktwert aber auf 150 Millionen Dollar geschätzt wird.
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Wie Afrika durch Geld gelähmt
wird
Freitag 15.07.2005 10.00 Uhr
Der Schwarze Kontinent braucht nicht mehr,
sondern weniger Hilfe
Nach 40 Jahren Entwicklungshilfe geht es den meisten Afrikanern im
Durchschnitt wirtschaftlich meist schlechter als zur Kolonialzeit.
Dies ist ein beschämender Leistungsausweis nicht nur für die
betroffenen Regierungen, sondern auch für die Entwicklungshelfer.
Im Folgenden werden einige Fehlanreize exemplarisch dargestellt.
(Red.)
Seit mehr als 40 Jahren kämpfen Gutmenschen aus dem
Norden in Schwarzafrika für ein hehres Ziel: Sie wollen den
Afrikanern helfen, sich selbst zu helfen. Kein anderes Schlagwort
der Entwicklungshelfer - und es gibt deren viele - geht jedoch so
weit an der Realität vorbei wie die «Hilfe zur
Selbsthilfe».
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Korruption in Brasiliens
Arbeiterpartei
Freitag 15.07.2005 10.00 Uhr
Die Korruptionsaffäre um Schmiergeldzahlungen
durch die regierende Arbeiterpartei (PT) hat in Brasilien zum Sturz
eines weiteren Politikers geführt. PT-Präsident José Genoino
stellte sein Amt zur Verfügung. Nachfolger wird Bildungsminister
Tarso Genro.
Die in Sao Paulo zu einer Krisensitzung versammelte Parteispitze
nahm den Rücktritt noch am Samstag (Ortszeit) Ein Berater eines
Genoino-Bruders war laut Medien am Freitag im Flughafen Congonhas
in Sao Paulo mit 440 000 Real (240 000 Franken) unbekannter
Herkunft festgenommen. Das Geld war in einer Tasche und in der
Unterhose des Mannes versteckt.
Genoino, der als einer der engsten Freunde und
Berater von Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva gilt, wird
verdächtigt, eine wichtige Rolle bei angeblichen
Schmiergeldzahlungen durch die PT an Abgeordnete eingenommen zu
haben. Er bestritt jedoch alle Beschuldigungen. «Die PT kauft und
bezahlt keine Abgeordneten», versicherte Genoino sichtlich
bewegt.
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